Chronologie der SachsenLB-Pleite Von der Bankenkrise bis zum Milbradt-Fall

Anfangs stritt die SachsenLB ihre katastrophale Finanzlage noch ab - dann riss sie Regierungsmitglieder und Bankvorstände mit ins Verderben. Aus dem Finanzdesaster wurde in Sachsen eine politische Pleite. Eine Chronologie der Ereignisse.

10. August 2007: Die Sachsen LB bestreitet Probleme wegen der Turbulenzen am US-Hypothekenmarkt.

17. August 2007: Die Sparkassen-Finanzgruppe räumt der Sachsen LB kurzfristig eine Kreditlinie von 17,3 Milliarden Euro ein.

25. August 2007: Kabinetts-Sondersitzung auf Antrag der SPD: Parallel laufen Übernahmeverhandlungen mit anderen Landesbanken, darunter der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Ohne Verkauf droht die Schließung am 27. August.

26. August 2007: Der Verkauf an die LBBW wird perfekt, bis Jahresende sind noch Bedingungen auszuhandeln.

30. August 2007: Der Vorstand der Sachsen LB tritt zurück.

31. August 2007: Finanzminister Horst Metz kündigt seinen Rücktritt zum 30. September an.

25. September 2007: Georg Milbradt bildet sein Kabinett um. Stanislaw Tillich (Umwelt) übernimmt das Ressort Finanzen.

12. November 2007: Probleme mit einer weiteren Zweckgesellschaft der Sachsen LB: Ein bis zum 19. Dezember gültiges Stillhalteabkommen soll Notverkäufe von Wertpapieren vermeiden.

13. Dezember 2007: Die LBBW kauft die Bank. Sachsen übernimmt für Risiken eine Landesbürgschaft von 2,75 Milliarden Euro.

20. Dezember 2007: Der Koalitionspartner SPD geht deutlich auf Distanz zu Milbradt.

24. Januar 2008: Ein Untersuchungsausschuss des Landtags soll sich nun auch mit den Umständen des Notverkaufs beschäftigen.

11. März 2008: Die Regierung verneint eine politische Verantwortung für die Bankkrise. Schuld seien die Bankvorstände.

21. März 2008: SPD-Chef Thomas Jurk fordert die Klärung der politischen Verantwortung für das Bank-Desaster.

31. März 2008: Milbradt lehnt im Untersuchungsausschuss erneut die Verantwortung für die risikoreichen Bank-Geschäfte ab.

05. April 2008: Ein privates Kreditgeschäft Milbradts mit der Bank wird bekannt. Die Staatskanzlei dementiert Vorwürfe, es habe sich um ein Insidergeschäft gehandelt. Der Koalitionspartner SPD verlangt eine persönliche Erklärung des Regierungschefs.

09. April 2008: Die CDU stellt der SPD ein Ultimatum für ein Treuebekenntnis zur Koalition zum 15. April.

10. April 2008: Die SPD erklärt, sie stehe weiter zur Regierung, lasse sich aber keine Ultimaten stellen. Milbradt solle sich endlich zu seinem Kreditgeschäft erklären.

13. April 2008: Treffen Milbradts mit den drei als Nachfolger gehandelten CDU-Politikern: Finanzminister Tillich, Kultusminister Steffen Flath und der Chef des Bundeskanzleramtes, Thomas de Maizière.

14. April 2008: Milbradt kündigt seinen Rücktritt vom Amt des Ministerpräsidenten und des CDU-Landesvorsitzenden für Ende Mai an.