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Börse:Darf's auch ein bisschen mehr Risiko sein?

Gehören Sie zu den risikofreudigen Spekulanten oder eher der konservativen Sparern? Die folgenden Profile können Ihnen helfen, sich selbst einzuschätzen und das passende Portfolio zu finden.

Die Vorsichtigen

Sie leben nach dem Motto: "Ein Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach." Lieber geben sie sich mit kleinen, sicheren Renditen zufrieden, als für die Chance auf größere Gewinne ihr Geld aufs Spiel zu setzen. Schließlich würden sie nachts kein Auge mehr zu tun oder sich Vorwürfe machen, wenn ihre Aktie eine Talfahrt durchmacht. Womöglich haben sie auch keine Lust, täglich die Börsenkurse zu verfolgen und sich Gedanken über ihr Geld zu machen.

Die Vorsichtigen sollten ihr Erspartes nicht vorrangig in Aktien investieren. Wenn das Portfolio aber auch Anteilsscheine enthalten soll, dann sind Standardwerte die richtige Wahl. Das sind umsatzstarke Aktien großer, internationaler Unternehmen mit hohem Börsenwert, sogenannte Blue-Chips. Auch Fonds kommen in Frage, denn sie sind in der Regel auf Risikostreuung ausgelegt.

Die Gelassenen

Sie finden, dass man das Glück ab und zu auch mal herausfordern darf. Damit ihr Vermögen langfristig mehr abwirft als nur die Sparbuchzinsen, nehmen sie in Kauf, dass der Wert ihrer Aktien hin und wieder schwankt. Sie können gelassen auf diese Trends reagieren und es ist für sie normal, eine ungünstige Entscheidung wieder rückgängig zu machen. Sie sind risikobewusst, handeln aber lieber langfristig als kurzfristig. Für ihre Geldanlage nehmen sie sich jede Woche ein paar Stunden Zeit, um den Markt zu beobachten und hin und wieder ein paar Aktien zu kaufen und zu verkaufen.

Im Portfolio der Gelassenen sollten sich neben Aktien großer deutscher Konzerne auch Beteiligungen an mittleren und ausländischen Unternehmen befinden. Sie könnten sich auch für Fonds und Zertifikate mit einem überschaubaren Verhältnis zwischen Chance und Risiko interessieren ( weitere Informationen zur Risikoabwägung und zur Seriosität von Finanzberatern lesen Sie hier).

Die Risikofreudigen

Sie sind finanziell in der Lage etwas zu riskieren, hohe Gewinnchancen sind ihnen wichtig. Sie haben Freude am Spekulieren und nehmen geringe Sicherheit in Kauf. Um bestens informiert zu sein und Chancen zu erkennen, investieren sie jede Woche viel Zeit in die Geldanlage und verfolgen ständig Märkte und Unternehmen.

In das Depot der Risikofreudigen gehören Aktien kleinerer, wachstumsstarker Unternehmen (Small- und Midcaps). Auch Hebelzertifikate, mit denen sie überportional bei Kursschwankungen profitieren (aber auch verlieren) können, kommen in Frage. Die Risikofreudigen verändern Ihr Portfolio oft und kurzfristig, sollten aber berücksichtigen, dass überstürztes Handeln das Risiko erhöht.

Wie viel springt für mich dabei heraus?

Es ist ohne allzu großes Risiko möglich, langfristig eine Aktienrendite von acht bis zehn Prozent zu erreichen. Diese setzt sich zusammen aus Dividenden und Kursgewinnen. Wie beim Zinseszins lohnt es sich, eine ausgeschüttete Dividende sofort wieder neu zu investieren, wenn Sie auf lange Sicht anlegen. Wenn Sie mit einem kleinen Teil Ihres Geldes risikoreich spekulieren, können Sie schnell auch wesentlich größeren Profit machen - ein Optionsschein oder Hebelzertifikat kann 100 oder gar 200 Prozent Gewinn bringen. Allerdings kann es genau so rasant auch zu Ihren Ungunsten laufen und Sie können mit solchen Wertpapieren einen Totalverlust erleiden.