Betriebliche Altersvorsorge Erst nach fünf Jahren sind Renten-Ansprüche "unverfallbar"

Bei Sparverträgen, die vom Arbeitgeber finanziert werden, kann der neue Chef die Zusage seines Vorgängers übernehmen oder den bestehenden Wert in sein eigenes betriebliches Rentensystem übertragen. Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer zuvor mindestens fünf Jahre angestellt war und mindestens 25 Jahre alt ist (bei Verträgen, die vor 2009 geschlossen wurden: mindestens 30 Jahre). Doch auch dieses Modell birgt für den Arbeitnehmer im Falle eines Jobwechsels Risiken. Zu Beginn der Versicherung ziehen die Versicherer jährlich vom Ersparten hohe Provisions- und Verwaltungskosten. Erst nach Ablauf der Fünfjahresfrist gelten die gesparten Ansprüche des Arbeitnehmers als "unverfallbar". Kündigt der Arbeitnehmer innerhalb der Frist, gehen die Provisions- und Verwaltungskosten in jedem Fall verloren.

Übertragungsabkommen zwischen Versicherern

Zwar haben die meisten Versicherungsunternehmen mittlerweile Übertragungsabkommen vereinbart, so dass kein zweites Mal Abschlusskosten fällig werden oder eine Gesundheitsprüfung nötig ist. Doch im Zuge der sogenannten Umdeckung drohen erhebliche Verluste durch schlechtere Vertragskonditionen. Lag der vertraglich vereinbarte Garantiezins bei Vertragsschluss vielleicht noch bei 3,25 Prozent, so werden heute lediglich 1,75 Prozent garantiert. Auf lange Sicht gerechnet können das Zehntausende Euro Verlust bei der Betriebsrente bedeuten.

Als weitere Möglichkeit kann der Arbeitnehmer auf eigene Faust weitersparen, manchmal mit sehr günstigen Monatsbeiträgen. Viele Versicherer verlangen aber in diesem Fall Individualtarife, die deutlich höher sind als die vom Arbeitgeber ausgehandelten Gruppentarife. Will der Arbeitnehmer aus seinem Vertrag aussteigen, können die Ansprüche sogar komplett verfallen.

Hohe Abschläge bei Beitragsfreistellung

Auch eine "Beitragsfreistellung", also ein vorübergehendes Aussetzen der Einzahlung, führt in der Regel zu hohen Abschlägen. Beitragszahler, die in die Arbeitslosigkeit rutschen, haben in der Regel keine andere Wahl, als die Zahlungen und somit den Vertrag auszusetzen. Im Alter bekommt der Rentner dann das Angesparte abzüglich der Abschläge ausbezahlt. Bei sehr geringen Ansprüchen unterhalb von derzeit etwa 25 Euro (ein Prozent der jährlich festgesetzten, monatlichen Bezugsgrößen der gesetzlichen Rentenversicherung für West- und Ostdeutschland) kann er auf eine monatliche Auszahlung der Mini-Rente verzichten und stattdessen vom Arbeitgeber eine einmalige Abfindung verlangen.