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Banken:Gesetz soll Dispozinsen transparenter machen

Heiko Maas macht Ernst: Weil die Dispozinsen so hoch sind, will der Justizminister nun ein Gesetz vorlegen, das den Kunden helfen soll.

  • Justizminister Heiko Maas will Banken per Gesetz dazu zwingen, die Dispozinsen offenzulegen.
  • Geldhäuser verlangen teilweise viel Geld von ihren Kunden.

Vergleichsportale sollen Kunden helfen

Im Kampf gegen zu hohe Dispozinsen will Verbraucherminister Heiko Maas (SPD) mit einem Gesetz Banken zu mehr Transparenz zwingen. "Da bislang alle Mahnungen seitens der Bundesregierung nichts geholfen haben, werden wir jetzt ein Gesetz auf den Weg bringen, das die Banken verpflichtet, ihre Dispozinssätze auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen", kündigte der Minister in der Bild am Sonntag an. Es werde nicht lange dauern, bis es die ersten Vergleichsportale gebe, "die für den Verbraucher sehr nachvollziehbar machen, was er wo zahlt". Auch sollen Banken Kunden, deren Konto dauerhaft im Minus ist, eine Beratung über alternative Finanzierungen anbieten müssen.

Verbraucherschützer kritisieren hohe Dispozinsen

Als "völlig überzogen" bezeichnete Maas aktuelle Zinssätze von bis zu 14 Prozent. "Wenn eine Bank wirklich auf so hohe Dispozinsen angewiesen sein sollte, dann zweifle ich an ihrem Geschäftsmodell." Hohe Dispozinsen sind Verbraucherschützern schon seit langem ein Dorn im Auge. Viele Banken verlangen von ihren Kunden laut Stiftung Warentest noch immer zu hohe Zinsen fürs Konto-Überziehen. Wer ins Minus rutscht, muss im Extremfall Dispozinsen von bis zu 14,25 Prozent zahlen, ergab ein vor kurzem veröffentlichter Vergleich. Die Stiftung hatte die Konditionen von 1504 Banken verglichen und war auf große Unterschiede gestoßen. Der günstigste Anbieter verlangte für den Dispo 4,9 Prozent. Im Schnitt zahlten Kunden zum Stichtag 1. August 10,65 Prozent.

© SZ.de/dpa/bbr
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