Banken Blessings Milliarden-Deal

Allianz und Commerzbank auf der Zielgeraden: Wohl in wenigen Tagen wird der Dresdner-Bank-Deal besiegelt. Bankchef Blessing könnte etwa neun Milliarden Euro zahlen.

Von M. Hesse

Die Verhandlungen über einen Zusammenschluss der Commerzbank und der Dresdner Bank nähern sich offenbar dem Ende. "Es kann gut sein, dass es in den nächsten zwei Wochen eine Einigung gibt", sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person der Süddeutschen Zeitung.

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Es werde zwischen Commerzbank und der Dresdner-Bank-Mutter Allianz sehr intensiv verhandelt, weitere Treffen soll es in den nächsten Tagen geben. Allerdings könnten die Gespräche noch immer scheitern. "Alle wollen, aber es gibt noch einiges aus dem Weg zu räumen", heißt es in Finanzkreisen.

Sollten sich beide Seiten einigen, wird es offenbar keinen Zusammenschluss unter gleichen geben. Vielmehr würde die Commerzbank die Dresdner Bank inklusive ihrer Investmentbank Kleinwort übernehmen und mit Vorstandschef Martin Blessing an der Spitze das Management dominieren.

Der Kaufpreis könnte zwischen neun und zehn Milliarden Euro liegen. Allerdings müsste die Allianz möglicherweise für Verlustrisiken in Milliardenhöhe gerade stehen, die bei Dresdner Kleinwort wegen der Kreditkrise bestehen.

Der Preis und die Bewertung von Risiken auf beiden Seiten gelten als Knackpunkt in den Verhandlungen. Die Dresdner Bank steht bei der Allianz mit 12 Milliarden Euro in den Büchern, sie will sich nicht zu weit von diesem Preis entfernen. Weil die Allianz an einer fusionierten Bank als Großaktionärin voraussichtlich mit etwa 30 Prozent beteiligt wäre, prüft sie die Bücher der Commerzbank sehr intensiv. Auch dort lauern noch Risiken aus der Kreditkrise. Neben der Commerzbank sollen ausländische Banken an Dresdner interessiert sein, etwa die China Development Bank.

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