Angeschlagenes Finanzinstitut Buffett investiert fünf Milliarden Dollar in Bank of America

Die Bank of America hat Geld bitter nötig, faule Hypotheken belasten das Haus schwer. Jetzt kauft Warren Buffett Aktien für fünf Milliarden Dollar - und schraubt so den Kurs des Unternehmens in ungeahnte Höhen.

Es ist beste Nachricht für die Bank of America seit langem: Der berühmte Investor Warren Buffett hat angekündigt, für fünf Milliarden Dollar ein Anteilspaket an dem angeschlagenen Finanzinstitut zu kaufen. Daraufhin schoss der Aktienkurs von Amerikas größter Bank vorbörslich um enorme 24 Prozent in die Höhe.

Warren Buffett kauft Anteile der Bank of America im Wert von fünf Milliarden Dollar.

(Foto: Bloomberg)

Parallel dazu zogen auch die Terminkontrakte auf die US-Indizes an. Das deutete auf eine bessere Eröffnung der Wall Street hin. Vorbörslich werden Kaufs- und Verkaufsorder von Aktien erfasst, die außerhalb der Öffnungszeiten der Börsen gehandelt werden.

Für die Vorzugsaktien der Bank of America kassiert Buffetts Investmentfirma Berkshire Hathaway sechs Prozent Zinsen pro Jahr.

Die Bank aus Charlotte in North Carolina hat Buffetts Geld bitter nötig. Sie ist der Sorgenfall unter den US-Kreditinstituten. Sie hatte in der Finanzkrise den großen Immobilienfinanzierer Countrywide übernommen. Das erwies sich jedoch als schwerer Fehler, weil Countrywide im Zentrum der Immobilienkrise stand: Das Unternehmen hatte Kredite viel zu lax vergeben. Irgendwann konnten Hausbesitzer reihenweise nicht mehr ihre Raten zahlen. Mit den Verlusten muss sich die Bank of America bis heute herumschlagen - im zweiten Quartal waren es mehr als neun Milliarden Dollar.

Verschlimmert wird die Lage dadurch, dass die Bank in Schadenersatzprozesse verwickelt ist. Nach einer Einigung mit mehreren Investoren, die wegen der faulen Hypotheken Geld verloren hatten, wird das Finanzinstitut Milliarden zahlen. Vergangene Woche wurde auch berichtet, dass das Unternehmen mehrere Tausend Stellen streichen will.