Allianz mit Arena Premiere an der Börse gefeiert

Das Wiederauferstehung der Pay-TV-Station Premiere als wichtiger Bundesligasender sorgt an der Börse für Feierlaune: Das Bündnis mit Erzrivale Arena treibt den Kurs der Aktie um bis zu 20 Prozent nach oben.

Der Bezahlsender Premiere zeigt die Fußball-Bundesliga ab sofort wieder auf allen Kanälen. Der bisherige Konkurrent Arena überlässt Premiere auch die Ausstrahlung per Satellit und steigt dafür als größter Einzelaktionär bei Premiere ein. An der Börse löste das am Donnerstag ein Kursfeuerwerk aus. Die Premiere-Aktie schoss um bis zu 20 Prozent nach oben.

"Premiere ist wieder die erste Adresse im Fußball", sagte Vorstandschef Georg Kofler. "Als einzige zeigen wir Bundesliga live über Satellit, Kabel und Internet."

Der Verlust seines wichtigsten Programms an den neuen Abosender Arena stürzte Premiere im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen: Unter dem Strich fehlten 161,5 Millionen Euro.

Optimistische Prognosen

Für das laufende Jahr sagte Finanzchef Michael Börnicke aber bereits wieder "eine schwarze Null" und ab 2008 einen deutlichen Gewinn voraus. Die Zahl der Abonnenten, die auf 3,4 Millionen gefallen war, werde dieses Jahr 3,7 Millionen übersteigen. Premiere erreiche jetzt wieder über 85 Prozent der Fernsehhaushalte.

Arena hatte im Dezember 2005 die Bundesliga-Rechte bis 2009 ersteigert, dann aber Branchenführer Kabel Deutschland nicht als Partner gewinnen können.

Deshalb übernahm Premiere die von Arena produzierten Bundesliga-Sendungen schon seit Saisonbeginn für seine Kabelzuschauer. Jetzt übernimmt Premiere auch die wichtigere Übertragung per Satellit komplett vom technischen Betrieb bis zur Kundenbetreuung.

Vermarktungsrechte für Gaststätten

Außerdem erwirbt Premiere die Bundesliga-Vermarktungsrechte für Sportbars und Gaststätten.

Zugleich sicherte sich Premiere die Verbreitung seines ganzen Programmangebots bis 2017 in Nordrhein-Westfalen und Hessen durch einen Vertrag mit dem Arena-Mutterkonzern, dem Kabelnetzbetreiber Unity Media.

Im Gegenzug gibt Premiere im Zuge einer Kapitalerhöhung 16,4 Millionen neue Aktien im Wert von annähernd 300 Millionen Euro an Arena aus. Arena muss die Aktien aber bei einer Bank parken und darf keinerlei Einfluss auf die Geschäfte von Premiere nehmen, wie Kofler betonte: "Das ist ein pures Finanzpaket."