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Aktienfonds im Test:Perlen ins Depot

Aktienfonds bleiben eine gute Wahl für Anleger - aber nur, wenn sie gut gemanagt sind. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt jetzt, woran man das erkennt.

Das Angebot an Fonds ist unüberschaubar. Wer seine Fondsauswahl dem Zufall überlässt, kann daher leicht Fonds ins Depot holen, die schlecht gemanagt sind. Darunter leidet die Renditechance. Zudem können sich Anleger nicht sicher sein, dass sich die Papiere von Rückschlägen auf den Finanzmärkten wieder richtig erholen. Bei gut gemanagten Fonds sieht das anders aus. Anleger haben mit ihnen beste Chancen, dass sie nach einer Krise wieder schwarze Zahlen schreiben. Zudem sind die Renditechancen auf lange Sicht besser als mit allen anderen seriösen Geldanlagen.

Nicht bei jeder Krise hektisch verkaufen: Ein langer Atem zahlt sich fast immer aus.

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Wer die besten Fonds finden möchte, kann auf die Bewertung des Stiftung Warentest zurückgreifen. Jeden Monat bewertet die Stiftung alle Fonds, die mindestens fünf Jahre alt sind und bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Die Fonds müssen zum Vertrieb in Deutschland zugelassen sein und von den Fondsgesellschaften aktiv vertrieben werden.

Verluste aussitzen

Derzeit umfasst die Datenbank 7420 Fonds. Darunter die wichtigsten Gruppen Aktienfonds Welt, Euroland, Europa und Deutschland, Rentenfonds Euro und Mischfonds Aktien/Renten sowie speziell gekennzeichnete Indexfonds und ökologisch-ethische Fonds. Anhand der Finanztest-Bewertungszahl können sich Anleger gezielt die besten Fonds der jeweiligen Gruppe auswählen und so ihre Renditechancen im Depot maximieren.

Anleger sollten aber einen langem Atem haben und ihre Fonds mindestens zehn Jahre im Depot lassen - selbst wenn die Börsenkurse nach unten zeigen. Die Langfristanalyse von Finanztest zeigt, dass es sich fast immer lohnt, Verluste auszusitzen. Gute Fonds in Krisenphasen zu verkaufen, war rückblickend fast immer eine Fehlentscheidung. Anleger sollten zudem nicht alles auf eine Karte setzen. Ins Depot gehören mehrere Aktienfonds Welt mit unterschiedlicher Strategie. Dadurch erhöht sich die Stabilität.

Fondsperlen mit geringem US-Anteil

Auf die Wertentwicklung ihrer Fonds haben Anleger keinen Einfluss. Doch bei den Kaufkosten können sie sparen. Fast alle Fonds gibt es mittlerweile mit hohen Rabatten oder sogar ganz ohne Ausgabeaufschlag. Wichtig: Anleger sollten neben den Kaufkosten auch auf anfallende Depotgebühren achten. Bei Depots mit großen Fondsposten sind die jährlichen Gebühren oft zweitrangig. Bei kleineren Depots können sie aber die Rendite deutlich schmälern. Das kann etwa der Fall sein, wenn Anleger das Depot nur nutzen, um ihren Sparplan für vermögenswirksame Leistungen zu verwahren.

Interessante Entwicklung: Unter den weltweit agierenden Aktienfonds befinden sich heute kaum noch Fonds mit klassischen Konzepten, die sich an einem breitgestreuten Marktindex orientieren. Damit verbunden ist oft ein hoher Anteil an US-Aktien, die in vielen Indizes stark vertreten sind. Die Fondsperlen des Tests haben dagegen meist nur einen US-Anteil von weniger als 20 Prozent.

Bei einigen liegt der Anteil sogar unter fünf Prozent. Die niedrige Gewichtung des US-Marktes kam der Wertentwicklung der Fonds sehr zugute. Zum einen, da viele europäische und asiatische Märkte in den vergangenen Jahren deutlich besser liefen. Darüber hinaus litten die Papiere nicht so stark unter dem extrem schwachen Dollar.