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Ärger nach dem Stresstest:Wütend auf deutsche Banken

Sechs deutsche Institute haben ihre Krisen-Investments in Südeuropa verschwiegen - das traute sich von den übrigen europäischen Banken im Stresstest sonst kaum ein Geldhaus. Die Aufsichtsbehörde CEBS ist ungehalten.

Die Heimlichtuerei einiger deutscher Banken beim Stresstest erzürnt die europäischen Aufseher. Von den 14 getesteten Instituten haben nur acht ihre Engagements in Anleihen europäischer Staaten veröffentlicht.

Im "Tower 42" in London sitzt das Committee of European Banking Supervisors (CEBS).

In diesem Hochhaus in der Londoner City sitzen die Tester der Aufsichtsbehörde Cebs. Sie sind erzürnt, weil sechs deutsche Banken ihre Engagements in südeuropäischen Staatsanleihen nicht offen legten.

(Foto: dpa)

Die Deutsche Bank, die Postbank, die Landesbank Berlin, die WGZ Bank, die DZ Bank und die Hypo Real Estate (HRE) legten der europäischen Aufseher-Vereinigung Cebs keine Daten vor. "Wir waren uns mit allen Aufsichtsbehörden und den teilnehmenden Banken einig, dass die Staatsrisiken Bank für Bank veröffentlicht würden", sagte Cebs-Generalsekretär Arnoud Vossen der Financial Times Deutschland.

Er will mit den Aufsichtsbehörden in Deutschland, der Bundesbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), nun über den Fall sprechen.

Außer den sechs deutschen Instituten hat nur noch eine der 91 geprüften europäischen Banken ihre Anleihen-Engagements nicht veröffentlicht: die griechische ATE-Bank, die wie die HRE und fünf spanische Sparkassen durch den Stresstest fiel.

Veraltete Zahlen

Die Veröffentlichung dieser Daten war zwar freiwillig, trotzdem stehen die betreffenden Institute nun schlecht da; sie müssen sich den Verdacht gefallen lassen, sie hätten etwas zu verbergen.

Einige der betroffenen Banken wiesen den Vorwurf der Heimlichtuerei am Montag zurück. Die Postbank begründete den Verzicht auf die Veröffentlichung damit, dass die Zahlen veraltet gewesen seien. Die Tester hatten die Daten zum Stichtag 31. März 2010 verlangt. Offenbar hat die Postbank in der Zwischenzeit Anleihen der südeuropäischen Staaten abgebaut und wollte die alten Zahlen nicht mehr veröffentlicht sehen.

Am Montag schob das Geldinstitut aktuelle Daten nach: Es hielt am 20. Juni 4,6 Milliarden Euro in italienischen Papieren, 1,3 Milliarden in griechischen, 1,2 Milliarden in spanischen, 300 Millionen in irischen und 50 Millionen in portugiesischen Staatsanleihen.