Abzocke bei Hausbesitzern Von Asphalt-Haien und Schimmel-Hunden

Den Begriff "Asphalt-Haie" hat Verbraucherschützer Klein übrigens dem Ausdruck "Dach-Haie" entlehnt, die bereits seit mehreren Jahren durch die Republik touren. Immer wieder gehen Beschwerden von geprellten Hausbesitzern bei Verbraucherzentralen und Handwerkskammern ein.

"Das geht ruckizucki"

Dachdecker-Trupps durchkämmen besonders nach Unwettern ganze Landstriche auf der Suche nach Opfern. Oben am First gebe es einen Schaden, versuchen sie verunsicherten Hausbesitzern einzureden. Ein Arbeiter bietet eine "unverbindliche Inspektion" an und steigt dem Haus aufs Dach - "manchmal auch mit einer Flasche Wasser versteckt in der Tasche", so Keßler - und findet auch umgehend eine undichte Stelle. Nicht wenige Verbraucher willigten danach in den sofortigen Baubeginn ein. Keßler: "Das geht ruckizucki, und das Dach ist abgedeckt."

Oft entdecken die Handwerker weitere angebliche Schäden, zum Beispiel an Dachbalken oder an Streben, und treiben so den Auftragswert in die Höhe. "Das Dach ist ja bereits abgedeckt, und die Ziegel liegen im Garten - so werden die Hausbesitzer unter Druck gesetzt", berichtet Keßler. Bei einigen Verbrauchern seien auf diese Weise Rechnungsbeträge von über 10 000 Euro zusammengekommen.

Ähnlich gehen auch die "Schimmel-Hunde" vor, auf die die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hinweist. Auch hier ziehen die Handwerker von Haustür zu Haustür. Im Gespräch berichten sie von angeblichen Feuchtigkeitsschäden in Nachbarhäusern und bieten eine kostenlose Feuchtigkeitsmessung des Kellers an.

Dabei stellen sie dann tatsächlich nasse Flächen im Haus fest und beschreiben Horrorszenarien, wie der Schimmelbefall die Gesundheit der Bewohner gefährde. Die Schimmelsporen könne der selbsternannte "Schimmel-Hund" sogar riechen. Viele Hausbesitzer erteilen dann umgehend den Auftrag zur Sanierung des Kellers.