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27 Euro im Monat:Kinder bekommen so viel Taschengeld wie nie zuvor

Krisenfestes Einkommen: Eltern geben ihren Kindern im Schnitt 27 Euro im Monat, das ist Rekord. Selbst bei Vorschülern liegt der Wert vergleichsweise hoch. Das freut vor allem Süßigkeitenhersteller.

Während woanders Krise herrscht, steigen die Einkommen in deutschen Kinderzimmern: Eltern spendieren so viel Taschengeld wie nie zuvor. Kinder zwischen 6 und 13 Jahren bekommen im Schnitt 27,18 Euro monatlich. Hinzu kommen durchschnittlich 210 Euro an Geldgeschenken zu Weihnachten und zum Geburtstag. Das hat eine Umfrage im Auftrag des Egmont Ehapa Verlages ergeben.

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Wert deutlich angestiegen, um zehn Prozent. Der Schnitt von 2012 übertrifft die bisherige Rekordmarke von 2008, die bei 25,05 Euro lag - auch inflationsbereinigt.

In den Jahren der Wirtschaftskrise mussten auch die Kinder Einkommensverluste hinnehmen. Das durchschnittliche Taschengeld sank auf 23,20 Euro im Jahr 2009 und 23,04 Euro 2010. 2010 kehrte sich der Trend um, der Wert legte auf 24,79 Euro zu.

Der erneute Anstieg freut die Industrie, die Produkte für Kinder anbietet. Denn damit steigt auch die Kaufkraft ihrer Zielgruppe. "Rechnet man allein Taschengeld und Geldgeschenke zusammen, so stehen dieser Gruppe insgesamt 2,87 Milliarden Euro zur Verfügung", sagt Ralf Bauer vom Comic-Verlag Egmont Ehapa, dem Auftraggeber der Studie.

Von dem Geld kaufen die Kinder vor allem Süßigkeiten, Kekse und Kaugummi (63 Prozent), sowie Zeitschriften und Comics (44 Prozent). Immerhin etwa ein Drittel der Kinder gibt mittlerweile aber auch für Getränke und Essen unterwegs Taschengeld aus. Ausgaben fürs Kino gehen zurück (15 Prozent) und die einstmals horrenden Handykosten sind nur noch für 13 Prozent ein Thema. Nicht abgefragt wurde, wie viel die Kinder von ihrem Taschengeld sparen.

Von den Vorschülern erhalten 59 Prozent Taschengeld. Die monatliche Summe beträgt hier im Schnitt 14,26 Euro.

© Süddeutsche.de/dpa/dapd/webj/bbr
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