Als gefragter Ansprechpartner in den Bereichen Messe und (hybride) Events ist Holtmann+ für Innovationsgeist und eine starke Umsetzungskompetenz bekannt. CEO Jörg Zeißig gewährt einen umfassenden Einblick hinter die Kulissen und erzählt, welche Entwicklungen für die Zukunft geplant sind.
Agritechnica 2023 Fendt

Herr Zeißig, wie kamen Sie zur Holtmann GmbH & Co. KG und wie sah bis dahin Ihr Werdegang aus?

Nach dem Studium (Tourismus und internationales Management) übernahm ich eine Leitungsposition bei der Leipziger Messe, bei der ich mit der Internationalisierung von Messeprojekten sowie Vertrieb und Managementaufgaben betraut war. Danach war ich als Executive Vice President für zwei große Messebauunternehmen im Raum Frankfurt tätig. Kurz vor meiner Zeit bei Holtmann+ führte ich als Geschäftsführer zwei Unternehmen, die sich mit der technischen Umsetzung von Events und Fernsehproduktionen befassen. Seit 2019 bin ich Teil der Geschäftsführung von Holtmann+. Während all dieser Stationen habe ich unheimlich viel Wissen aufbauen und Erfahrungen sammeln können, die mir heute sehr nützlich sind.

Welche sind die Hauptbranchen, für die Sie als 360°-Full-Service-Anbieter tätig sind?

Grundsätzlich arbeiten wir branchen- und formatübergreifend und haben Kundinnen und Kunden aus den verschiedensten Bereichen, zum Beispiel Immobilienindustrie, Dentalindustrie oder Agrarindustrie. Selbstverständlich fühlen wir uns in einigen Communities eher zu Hause als in anderen.

Wie schaffen Sie es, in jeder Phase eine absolute Planungs- und Prozesssicherheit zu garantieren?

Wir versuchen, auch bei individueller und kundenzentrischer Arbeit, durch standardisierte Leistungspakete und eine saubere Ablauforganisation innerhalb unseres Plus an Leistung immer Termin- und Prozesstreue hochzuhalten. Nur so erreichen wir nachhaltige Kundenbeziehungen und nachhaltige Wirkungsmechanismen.

Unser Dreiklang „Menschen. Machen. Expertisen.“ garantiert diese Sicherheit ebenfalls, da wir ein Team haben, in dem Kreativität auf Ausführungserfahrung trifft, was sich inhaltlich perfekt ergänzt.

Menschen: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die treibende Kraft der Live-Kommunikation mit vielfältigen Kompetenzen.

Machen: Wir kreieren und planen nicht nur, wir setzen gleichzeitig auch um. Daher sind all unsere Kreationsleistungen auch 100 Prozent umsetzbar. Und genau das ist Teil unserer DNA.

Expertisen: Bei uns greifen Erfahrung und Entdeckergeist seit über siebzig Jahren ineinander, wir vereinen kreative Ansätze und langjährige Erfahrung in der Entstehung und Umsetzung von Projekten.

Die Holtmann GmbH & Co. KG gilt als einer der Pioniere unter den Messe-Agenturen. Wie hat sich der Markt in den letzten Jahren entwickelt?

Die Corona-Pandemie hat – als schlimmste Krise aller Zeiten innerhalb unserer Veranstaltungswirtschaft – deutliche Spuren hinterlassen. Wir müssen mit deutlich weniger Menschen, deutlich kreativere Ergebnisse und ein hohes Pensum auf weniger Schultern verteilen. Das geht nur mit innovativen Ansätzen und Kollaboration. Die größte Veränderung innerhalb der Branche ist die Aufwertung der Inhalte von Veranstaltungen. „Content is King“ und die Relevanz von Veranstaltungen wird mehr und mehr an KPIs messbar gemacht. Hier gibt es noch keine eindeutigen Messkriterien. Wir arbeiten daran, passgenaue Lösungen zu entwickeln.

Darüber hinaus entwickelt sich ein neues Grundverständnis (je nach Branche) des Zusammenspiels digitaler und physischer Elemente für gängige Formate. Ziel ist dabei primär die Verlängerung der Erlebnisse und zusätzliche Nutzen für Kundinnen und Kunden sowie die Integration von Datenströmen in die Geschäftsmodelle entlang der gesamten Wertschöpfungskette (sprich Automation).

In Summe ist der Anspruch an eine holistische Betrachtung aller Formate und die längerfristige Wirkung von Live-Kommunikationsmaßnahmen enorm gestiegen. Damit natürlich auch der Anspruch an die Partner:innen innerhalb der Wertschöpfungskette (von der Agentur über den Veranstalter und die Location bis hin zum Service-Dienstleister).

Geht der Trend beispielsweise hin zu Hybrid-Veranstaltungen oder sind wieder vermehrt klassische Eventformate gefragt?

Klassische Event- und Messeformate sind keinesfalls obsolet. Zeitgleiche hybride Veranstaltungen funktionieren nicht, da die „Story“ unterschiedlichen Zielgruppen nicht synchron erlebbar gemacht werden kann. Das mussten wir lernen.

Vielmehr geht es darum, die richtigen Themen/Stories zeitlich aufeinanderfolgend und passgenau auf die Zielgruppen abzustimmen. Es bedarf also deutlich mehr Kompetenz, Zielgruppen spezifisch und zeitlich exakt auf den passenden Kanälen mit den richtigen Formaten zu bedienen.

Dabei sind persönliche Zusammentreffen die „Gipfel“ des Gesamterlebnisses. Persönliche Austausche schaffen Vertrauen und sind für die Branche von unersetzlicher Bedeutung. Ich bin überzeugt, dass Live-Events nach wie vor einen entscheidenden Beitrag leisten, wenn diese mit richtigen „Tools“ und Formaten ergänzt werden. Das ermöglicht effiziente Ergebnisse und Vertrauen in das, was die Veranstaltungswirtschaft ermöglichen kann – nachhaltige, effiziente und emotionale Momente zu schaffen.

Wie steht Ihr Unternehmen zum Thema Nachhaltigkeit, etwa vor dem Hintergrund der Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen?

Es braucht anfänglich den Mut, Dinge in die Hand zu nehmen und mit kleinen Schritten loszugehen. Ein Mindestziel ist für mich, meinen Kindern und weiteren Generationen die schönen Dinge zu erhalten, die wir wertschätzen. Hierfür übernehme ich gern Verantwortung, um unsere Industrie nachhaltiger zu gestalten.

Nachhaltigkeit ist inzwischen ein „Must-have“, auch wenn wir noch Methodenkenntnisse erwerben und verbreiten müssen.

Als Teil unserer Unternehmenskultur sind wir aktiv engagiert, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Partner:innen sowie Kundinnen und Kunden nachhaltig zu begeistern und als Akteure und Botschafter mitzuwirken, um nachhaltige Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Wir bauen gegenwärtig Leistungspakete für nachhaltige Veranstaltungen und Veranstaltungsservices, die von Beratung über Kreation und Design bis hin zur operativen Umsetzung von Veranstaltungen nachhaltiger als bisher werden. Unsere Ziele dabei sind Net Zero, ökonomische Stabilität und soziales Engagement.

Nachhaltigkeit fängt mit Wissen und Integration in alle Kommunikationsmaßnahmen im Innen- und Außenverhältnis an. Nur so zieht eine Wirkung in die Kreation von Veranstaltungsformaten ein, wenn von Beginn an das Thema kompetent integriert ist. Es geht also zum Beispiel nicht nur um die Verwendung nachhaltigerer Materialen beim Standbau. Das entfaltet kaum Wirkung.

Wir analysieren sorgfältig die ökologischen Auswirkungen jedes Aspekts von Live-Kommunikationsformaten, um umweltschonende Alternativen zu finden und zukunftsfähige Konzepte zu realisieren. Das fängt mit aufklärenden Workshops an, führt über sinnstiftende nachhaltige Konzepte bis zu den relevanten Formaten auf den richtigen Kanälen. Wir wollen auch die Erfolge für unsere Kundinnen und Kunden sowie Partner:innen sichtbar machen, indem wir uns über ein Monitoring und Tracking Gedanken machen und entsprechende Tools entwickeln.

Das Ganze dann mit einem richtigen Kommunikationskonzept und einer Verbreitung in den Branchennetzwerken ermöglicht Skaleneffekte in der globalen Veranstaltungswirtschaft. Hier engagieren wir uns, um genau diese Effekte zu ermöglichen.

Ist die Zertifizierung nach ISO 20121 zum Beispiel eine praxisnahe Möglichkeit, Veranstaltungsmanagement nachhaltiger zu gestalten und wird dies von der Messebranche auch entsprechend gut angenommen?

Eine ISO-Zertifizierung ist international anerkannt und schafft Vertrauen im internationalen Markt. Darüber hinaus geht es um das Erreichen von Standards im Wissen um die richtigen Managementsysteme und damit auch Prozesse, um vereinbarte Ziele in Sachen Nachhaltigkeit zu erreichen. Die ISO 20121 ist die kompletteste Zertifizierung in unserer Branche und damit – aus meiner Sicht – der Benchmark für einen nachhaltigen Erfolg bei diesem Thema. Diese Glaubwürdigkeit und Kompetenz durch die ISO 20121 in Verbindung mit einer Roadmap für die Branche, die zum Beispiel in der „Net Zero Carbon Events Initiative“ verankert ist, an der wir ebenfalls verantwortlich und aktiv für einige Themenfelder mitwirken, schafft einen echten Impact und führt für unsere Branche in die richtige Richtung. Daher ist die ISO und auch andere ähnlich aufgebaute Managementsysteme für nachhaltige Entwicklung ein wichtiger Baustein in Verbindung mit konkreten Maßnahmenstandards, die Sicherheit, Orientierung und Ergebnisse schaffen.

Wie beobachtet die Holtmann GmbH & Co. KG den Markt, um über diese und ähnliche Entwicklungen in der Branche informiert zu bleiben? Setzen Sie beispielsweise verstärkt auf Netzwerke und Partnerschaften?

Partnerschaften sind der Motor unseres Erfolgs bei Holtmann+. Sie sind die Quelle unserer Innovationskraft und ermöglichen über Kollaborationen ein hohes Maß an Vertrauen und Performance für die Bedarfe unserer Kundinnen und Kunden. Dabei ist uns die Partnerschaft auf Augenhöhe am wichtigsten, um sowohl innovative und passgenaue neue Wege zu gehen als auch bestehende Formate noch besser zu machen.

Welche weiteren Trends in der Messebranche sehen Sie in diesem Jahr auf uns zukommen?

Die aus meiner Sicht wichtigsten Themen im Jahr 2024 sind:

  1. Kundinnen und Kunden werden anspruchsvoller in der Vielfalt der Bedarfe. Alles, was wir tun, muss auf die Bedarfe der Zielgruppe einzahlen und nachhaltig entwickelbar und monitorbar sein.

  2. Nachhaltigkeit muss integraler Bestandteil unserer Aktivitäten für alle Teilnehmer:innen der Wertschöpfungskette werden. Nachhaltigkeit muss Teil der Lösung und neuer Anker für alle Formate werden. Dies wird von innen herausgefordert und von außen durch neue Spielregeln auferlegt. „We better be prepared.“

  3. Digitalisierung, insbesondere Artificial Intelligence (AI) wird unsere tägliche Arbeit vereinfachen und Event-Formate noch besser machen, sofern wir das richtige Mischungsverhältnis für die verschiedenen Ansprüche unserer Zielgruppen hinbekommen.

  4. Kollaboration für Partner:innen auf Augenhöhe über die komplette Wertschöpfungskette ist der Motor unseres Erfolges unserer Branche und Voraussetzung unserer Leistungsfähigkeit. Unserer Branche wird durch Kollaboration relevanter und stabiler sowie attraktiver für neue Talente.

  5. Als Ergänzung zu Punkt vier brauchen wir Flexibilität innerhalb der Wertschöpfungskette. Das ist nicht zwingend neu, jedoch haben wir neue Spiele und neue Themen im Spielfeld, die wir bei formatübergreifendem Denken brauchen. Das facettenreiche Zusammenspiel unabhängiger Spieler:innen in einer Art Matrixorganisation ist eine eher nicht geübte Disziplin. Da haben wir noch Luft nach oben, um uns auf die Bündelung von Kernkompetenzen zu fokussieren, uns über individuelle Leistungsfähigkeit zu stabilisieren und durch Innnovation nachhaltige Kreativität zu fördern.

Impressum

Holtmann GmbH & Co. KG

Adam-Stegerwald-Str. 9–15

30851 Langenhagen/Hannover

Germany

Telefon: +49 511 740 74 - 0

Telefax: +49 511 740 74 - 74

E-Mail: info@holtmannplus.de

Registergericht: Amtsgericht Hannover

Registernummer: HRA 26400

USt-IdNr.: DE212467546

Persönlich haftender Gesellschafter:

Holtmann Beteiligungsverwaltungs GmbH

Geschäftsführer: Jörg Zeißig

Registergericht: Amtsgericht Hannover

Registernummer: HRB 59137

Compliance-Website: https://compliance.holtmann.de/

Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 Rundfunkstaatsvertrag (RStV): Jörg Zeißig (Anschrift s. o.)

Zur außergerichtlichen Beilegung von verbraucherrechtlichen Streitigkeiten hat die Europäische Union eine Online-Plattform („OS-Plattform“) eingerichtet, an die Sie sich wenden können. Die Plattform finden Sie unter: https://webgate.ec.europa.eu/odr/.

Verpflichtung für Streitbeilegungsverfahren gemäß § 36 VSBG:

Die Holtmann GmbH & Co.KG wird nicht an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilnehmen und ist auch nicht dazu verpflichtet.‍

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