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Robo Advisor Vergleich Oktober 2026: Digitale Vermögensverwaltung im Test
Das Wichtigste in Kürze
- Mit steigenden Zinsen lohnt sich reines Cash-Halten gerade weniger als gedacht, trotz der EZB-Anhebung auf 2,50 % erzielen Top-Robo-Advisors im Durchschnitt deutlich höhere Renditen (einige Anbieter aktuell über 10-15 % auf 12-Monats-Sicht), sodass Tagesgeld allein für langfristiges Vermögen oft nicht mehr ausreicht.
- Die Gesamtkosten entscheiden aktuell mehr als die beworbene Rendite, die Spanne reicht derzeit von unter 0,5 % bis fast 1 % p.a. an Gesamtkosten (Servicegebühr plus ETF-Kosten), und gerade bei passiven Portfolios ist die Gebühr der verlässlichste Hebel für die Rendite nach Kosten – ein Vergleich lohnt sich also konkret jetzt, nicht erst bei der nächsten Marktbewegung.
- Neue, steuerlich geförderte Alternativen verändern gerade die Vergleichsbasis. mit dem ab 2026/2027 geplanten staatlich geförderten Altersvorsorgedepot entsteht eine zusätzliche Option neben klassischen Robo-Advisorn, die für die Altersvorsorge relevant sein kann und bei der aktuellen Anbieterwahl mitgedacht werden sollte.
Unsere Empfehlungen
Robo Advisor Vergleich: Die besten Anbieter im Oktober 2026 im Überblick
Was ist ein Robo Advisor und wie funktioniert er?
Ein Robo-Advisor ist ein digitaler Vermögensverwalter, der Ihr Geld nach festen Regeln automatisch anlegt. Die Anlageentscheidungen trifft ein Algorithmus auf Basis Ihrer Ziele, Risikobereitschaft und Ihres Anlagehorizonts.
Zu Beginn beantworten Sie einen kurzen Fragebogen. Daraus stellt der Robo-Advisor ein Portfolio aus mehreren ETFs zusammen, meist aus Aktien- und Anleihen-ETFs. Danach übernimmt er die laufende Verwaltung: Er legt neue Einzahlungen an, schichtet bei Abweichungen um (Rebalancing) und legt Ausschüttungen wieder an.
Sie entscheiden also nur einmal über die Strategie. Um einzelne Käufe und Verkäufe müssen Sie sich nicht kümmern.
Die besten Robo Advisor aus unserem Vergleich
Scalable Capital Wealth
Scalable Capital wurde 2014 gegründet und startete 2016 mit seinem Robo-Advisor, heute unter dem Namen „Scalable Wealth“. Anleger geben ihre Ziele und ihre Risikobereitschaft an, und der Robo-Advisor legt das Geld in einem passenden ETF-Portfolio an und verwaltet es automatisch. Dabei setzt er auf breit gestreute ETFs und Faktorprämien statt auf einzelne Aktien.
Bei den Anlagestrategien gibt es zwei Bereiche. Unter „Wealth Global“ finden sich weltweit gestreute ETF-Portfolios, entweder als klassisches oder als nachhaltiges Weltportfolio, auf Wunsch auch mit Gold und Rohstoffen. Die Aktienquote lässt sich dabei in Zehnerschritten festlegen, beim nachhaltigen Portfolio zwischen 0 und 100 Prozent. Unter „Wealth Select“ gibt es Strategien mit einem bestimmten Schwerpunkt, zum Beispiel ZinsInvest, Klimaschutz, Megatrends, Allwetter, BIP Global, Value oder Dynamisches Risikomanagement. Letzteres steuert das Risiko des Portfolios über den sogenannten Value at Risk, also den möglichen Verlust, der mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird. Wer möchte, kann auch mehrere Portfolios mit verschiedenen Strategien kombinieren.
Der Einstieg ist schon ab 20 Euro möglich, auch per Sparplan. Die jährliche Gebühr sinkt mit dem Anlagevolumen von 0,75 % auf 0,49 %, dazu kommen ETF-Kosten von rund 0,15 %. Transaktionen, Ein- und Auszahlungen sowie die Depotführung kosten nichts extra.
- 0,75 % Servicegebühr (unter 100.000 € Anlage)
- Große Auswahl unterschiedlicher Strategien
- 20 € Mindestanlagesumme
Unitplus
Unitplus ist ein Berliner Fintech, das 2021 gegründet wurde und seit Sommer 2022 am Markt ist. Das Besondere: Unitplus verbindet Geldanlage und Bezahlen. Das Guthaben wird in ETF-Portfolios angelegt, bleibt aber jederzeit über eine Karte nutzbar. Man zahlt also gewissermaßen direkt aus dem Depot.
Zum Start beantworten Anleger elf Fragen, aus denen Unitplus ein passendes Risikoprofil und Portfolio ableitet; später kann die Strategie selbst angepasst werden. Das Herzstück ist die sogenannte „Berg-Serie“, eine Reihe abgestufter ETF-Portfolios mit unterschiedlich hohem Aktienanteil. Die Strategie ist passiv und weltweit gestreut, mit einer Mischung aus Aktien- und Anleihe-ETFs. Daneben gibt es mit „AktienPlus“ ein weiteres Portfolio. Mehrere Portfolios lassen sich parallel führen, allerdings kostet jedes weitere 1 Euro im Monat.
Die Hürden sind niedrig: Es gibt keine Mindestanlage, Sparpläne sind schon ab 1 Euro möglich. Die Servicegebühr liegt bei 0,50 % pro Jahr, dazu kommen ETF-Kosten von etwa 0,10 bis 0,26 %, je nach Portfolio. Ein- und Auszahlungen sind kostenlos.
Wie wird mein Risikoprofil beim Robo Advisor ermittelt?
Zu Beginn der Nutzung durchlaufen Anleger üblicherweise einen strukturierten Fragebogen, der unter anderem folgende Aspekte abfragt:
- Anlagehorizont und finanzielle Ziele
- Bisherige Erfahrung mit Wertpapieren
- Persönliche Risikobereitschaft und finanzielle Verlusttragfähigkeit
- Geplante Höhe der Einmalanlage oder monatlichen Sparrate
Auf Basis der Antworten ordnet der Robo Advisor den Nutzer einer Risikoklasse zu, die wiederum die Zusammensetzung des Portfolios bestimmt, etwa das Verhältnis zwischen risikoreicheren Aktien-ETFs und risikoärmeren Anleihen-ETFs.
Wie setzt sich ein Robo-Advisor-Portfolio zusammen?
Die meisten Robo-Advisor investieren passiv in kostengünstige, weltweit gestreute ETFs. Je nach Risikoklasse ändert sich die Gewichtung:
- Konservatives Portfolio
- 10 - 30 % typische Aktienquote
- Eignet sich für: kurze Anlagedauer, geringe Verlusttoleranz
- Ausgewogenes Portfolio
- 40 - 60 % typische Aktienquote
- Eignet sich für: mittelfristige Ziele
- Dynamisches Portfolio
- 70 - 100 % typische Aktienquote
- Eignet sich für: Anlagedauer ab 10 Jahren, hohe Verlusttoleranz
Was kostet ein Robo Advisor?
Ein Robo-Advisor kostet Sie in der Regel zwischen 0,4 und 1,3 % Ihres Vermögens pro Jahr. Die Kosten setzen sich aus zwei Teilen zusammen:
- Servicegebühr: Sie bezahlt die Verwaltung durch den Robo-Advisor und liegt meist zwischen 0,3 und 1 % pro Jahr. Bei vielen Anbietern sinkt sie mit steigendem Anlagebetrag.
- ETF-Kosten (TER): Das sind die laufenden Kosten der ETFs im Portfolio, meist 0,1 bis 0,3 % pro Jahr. Sie werden direkt im Fonds verrechnet.
Transaktionen, Depotführung sowie Ein- und Auszahlungen sind bei den meisten Anbietern kostenlos.
Rechenbeispiel: Sie legen 10.000 € bei einem Robo-Advisor mit 0,75 % Servicegebühr und 0,15 % ETF-Kosten an. Das sind 0,90 % oder 90 € pro Jahr. Ein Anbieter mit 0,50 % Servicegebühr und gleichen ETF-Kosten kostet Sie nur 65 € im Jahr.
Achten Sie deshalb immer auf die Gesamtkosten, nicht nur auf die Servicegebühr. Gerade bei langfristiger Anlage machen schon wenige Zehntelprozent einen spürbaren Unterschied.
Wie sicher ist ein Robo-Advisor?
Ihr Geld ist bei einem Robo-Advisor genauso sicher wie in einem eigenen ETF-Depot. Der Robo-Advisor verwahrt die Wertpapiere nicht selbst, sondern eine Partnerbank, die Depotbank.
- Insolvenz des Robo-Advisors: Ihre ETFs bleiben unberührt, da sie bei der Depotbank liegen.
- Insolvenz der Depotbank: Ihre ETFs gehören als Sondervermögen Ihnen und fallen nicht in die Insolvenzmasse. Sie werden auf ein anderes Depot übertragen.
- Guthaben auf dem Verrechnungskonto: Bargeld ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt.
Nicht geschützt sind Sie vor dem Marktrisiko: Fallen die Kurse, sinkt auch der Wert Ihres Portfolios. Je höher die Aktienquote, desto stärker schwankt es. Achten Sie außerdem darauf, dass der Anbieter von der BaFin oder einer anderen europäischen Finanzaufsicht reguliert wird.
Was übernimmt der Robo Advisor automatisch für mich?
Ein Robo-Advisor übernimmt die gesamte Depotverwaltung für Sie. Typischerweise erledigt er eigenständig:
- Rebalancing: Weicht die Gewichtung durch Kursbewegungen vom Ziel ab, schichtet er automatisch um.
- Wiederanlage: Ausschüttungen der ETFs werden direkt reinvestiert.
Anpassung an Ihr Risikoprofil: Ändern Sie Ihre Angaben, und er stellt das Portfolio entsprechend um. - Steueroptimierung: Einige Anbieter verrechnen Verluste gezielt mit Gewinnen (Tax-Loss-Harvesting), zum Beispiel [Anbieter nennen oder Punkt streichen].
Sie legen die Strategie nur einmal fest. Um einzelne Käufe und Verkäufe müssen Sie sich nicht kümmern.
Robo Advisor oder ETF Sparplan in Eigenregie, was ist besser?
Ob ein Robo Advisor oder ein selbst verwalteter ETF Sparplan besser geeignet ist, hängt vom gewünschten Grad an Eigenverantwortung ab:
- Ein Robo Advisor eignet sich für Anleger, die eine automatisierte Rundum-Lösung ohne eigenen Verwaltungsaufwand bevorzugen, dafür aber eine zusätzliche Verwaltungsgebühr in Kauf nehmen.
- Ein eigenständiger ETF Sparplan erfordert mehr Eigeninitiative bei Auswahl und Rebalancing, verursacht dafür aber in der Regel geringere laufende Kosten.
Wer bereits Erfahrung mit der Portfoliosteuerung hat und Kosten minimieren möchte, tendiert häufig zum eigenständigen Sparplan, während Einsteiger von der automatisierten Betreuung eines Robo Advisors profitieren können.
Für wen eignet sich ein Robo Advisor?
Ein Robo Advisor eignet sich besonders für Anleger, die:
- wenig Zeit oder Interesse an der aktiven Verwaltung ihres Portfolios haben
- eine breit diversifizierte Geldanlage ohne eigene ETF-Auswahl wünschen
- Wert auf eine automatisierte, emotionslose Anlagestrategie legen
- bereit sind, für diesen Komfort eine zusätzliche Verwaltungsgebühr zu zahlen
Weniger geeignet ist ein Robo Advisor für Anleger, die gezielt einzelne Werte auswählen oder aktiv in den Handel eingreifen möchten.
Wie werden Erträge aus einem Robo Advisor versteuert?
Gewinne aus einem Robo-Advisor werden in Deutschland, wie alle Kapitalerträge, mit der Abgeltungsteuer besteuert. Das betrifft Kursgewinne beim Verkauf, Ausschüttungen sowie die Vorabpauschale.
- Steuersatz: 25 % Abgeltungsteuer plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf und gegebenenfalls Kirchensteuer. Insgesamt sind das rund 26,4 bis 27,99 %, je nach Bundesland und Konfession.
- Sparer-Pauschbetrag: Bis zu 1.000 € im Jahr (2.000 € bei Zusammenveranlagung) bleiben Ihre Erträge steuerfrei, wenn Sie beim Anbieter einen Freistellungsauftrag einrichten.
- Teilfreistellung: Bei Aktien-ETFs mit mindestens 51 % Aktienanteil sind 30 % der Erträge steuerfrei. Bei Anleihe-ETFs gilt diese Teilfreistellung nicht.
- Vorabpauschale: Bei thesaurierenden ETFs wird jährlich ein fiktiver Ertrag besteuert, auch ohne Ausschüttung.
Rechenbeispiel: Sie verkaufen Anteile eines Aktien-ETFs mit einem Gewinn von 3.000 €. Nach der Teilfreistellung sind 2.100 € steuerpflichtig. Ziehen Sie den Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € ab, dann bleiben 1.100 €. Darauf zahlen Sie ohne Kirchensteuer rund 290 € an Steuern.
Steuereinfach oder nicht? Bei Anbietern mit deutscher Depotbank zieht die Bank die Steuer automatisch ab. Liegt Ihr Depot bei einer ausländischen Bank, müssen Sie die Erträge gegebenenfalls selbst in der Anlage KAP angeben. Da der Robo-Advisor regelmäßig umschichtet, können beim Rebalancing steuerpflichtige Gewinne entstehen. Gute Anbieter versuchen, das zu vermeiden, etwa indem sie neue Einzahlungen zur Umschichtung nutzen.
Wie eröffne ich ein Konto bei einem Robo Advisor?
Die Kontoeröffnung läuft komplett online und dauert meist nicht mehr als 15 - 30 Minuten. Halten Sie Ihren Personalausweis oder Reisepass, Ihre Steuer-ID und Ihre IBAN bereit.
- Fragebogen ausfüllen: Sie beantworten Fragen zu Ihren Zielen, Ihrer Erfahrung und Ihrer Risikobereitschaft.
- Anlagevorschlag prüfen: Der Robo-Advisor schlägt Ihnen ein passendes Portfolio vor, das Sie meist noch anpassen können.
- Identität bestätigen: Per Video-Ident, über die Online-Funktion des Personalausweises oder per Postident.
- Geld einzahlen: Sie überweisen eine Einmalanlage oder richten einen Sparplan ein.
- Loslegen: Der Robo-Advisor investiert Ihr Geld, meist innerhalb weniger Tage.


