Tiefgang
Resilienz-Serie: Hartmann-Gruppe zwischen Systemrelevanz und Preisdruck
Lesedauer: 6 Min.
Ausgerechnet im Gesundheitswesen ist Deutschlands Abhängigkeit von Lieferungen aus China besonders hoch: Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen kaufen viele zentrale Produkte wie Atemschutzmasken, Einmalhandschuhe, Schutzkleidung, Verbandsmaterial oder Desinfektionsmittel weiterhin in der Volksrepublik – aus Kostengründen. Gerade in Krisen- und Konfliktzeiten sind sie unverzichtbar, und doch ist das Kriterium für den Einkauf vor allem der Preis.
Britta Fünfstück, Vorstandschefin der Hartmann-Gruppe aus Heidenheim, kann viel über den Widerspruch zwischen politischen Forderungen nach Resilienz und dem Zwang zur Kostensenkung im Gesundheitswesen erzählen. Im Gesamtbild überwiegt derzeit die Forderung nach niedrigen Preisen: „Krisenresilienz hat im Gesundheitssektor aktuell keine Priorität“, sagt Fünfstück im Gespräch mit SZ Dossier. Ihre Produkte – Masken, Desinfektionsmittel, Verbandsstoffe – sind nicht nur im Ernstfall, sondern auch im Alltag unverzichtbar und gelten politisch als Teil kritischer Infrastruktur. Ökonomisch jedoch werden sie wie austauschbare Massenware behandelt.
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