Gastbeitrag
Was Chinas Sommerklausur über die Freiheit der Forschung verrät
Lesedauer: 4 Min.

Marina Rudyak
Kreml- und Zhongnanhai-Watcherin
Die Sinologin Marina Rudyak forscht an der Universität Heidelberg zur geopolitischen Rolle Chinas mit Fokus auf dem globalen Süden. Sie ist Mitbegründerin des Decoding-China-Dictionary, das den Sprachgebrauch der Kommunistischen Partei aufschlüsselt. Sie ist in Moskau geboren.
Es ist August. Während Europa im Urlaub ist, beginnen in China die Vorbereitungen auf das nächste Plenum des Zentralkomitees, das im Oktober stattfinden soll. Chinas Führung trifft sich am Badeort Beidaihe, rund 300 Kilometer östlich von Peking am Gelben Meer, wo die Mächtigen der Kommunistischen Partei traditionell der Sommerhitze der Hauptstadt entfliehen.
Doch es geht nicht um Erholung. Seit der Mao-Ära dient dieser Ort informellen Gesprächen und dem Aushandeln der zentralen Linien für den kommenden Parteitag. Nach außen dringt wenig – und umso wichtiger ist es, dem Wenigen, das nach außen tritt, nähere Aufmerksamkeit zu schenken.
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