Gastbeitrag
Europas CBAM als Brücke zwischen Klimaschutz und Wirtschaft
Lesedauer: 5 Min.
Jason Bordoff
Energieexperte
Jason Bordoff ist Direktor des Centers on Global Energy Policy an der Columbia University und Initiator des von der BMW Foundation Herbert Quandt geförderten Programms „Trade and the Clean Energy Transition“.
Während wirtschaftliche und politische Zwänge viele Regierungen dazu veranlassen, ihre Klimapolitik abzuschwächen, hat die Europäische Kommission am 1. Januar die Einführung einer CO₂-Abgabe für mehrere kohlenstoffintensive Sektoren vorangetrieben. Die Importzölle sollen heimische Industrien vor „schmutzigerer“ Konkurrenz schützen, stoßen jedoch auf Widerstand. So wurde bereits kurz nach Einführung diskutiert, die Abgabe auf importierte Düngemittel auszusetzen, um Landwirte zu entlasten. Gleichzeitig löste Europas CO₂-Abgabe Proteste in Ländern wie Indien, Brasilien und Südafrika aus.
Der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus der EU (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM) verdeutlicht ein grundlegendes Dilemma globaler Klimaschutzbemühungen: Politiken zur Beschleunigung der Dekarbonisierung in wohlhabenden Volkswirtschaften laufen Gefahr, globale Ungleichheiten zu vertiefen und die Energiewende zu verlangsamen. Doch nur durch eine kooperative Gestaltung können handelspolitische Instrumente wie CBAM die Klimapolitik stärken – statt sie zu behindern.
Jetzt mit
SZ Pro-Abo weiterlesen
Probeabo
79,99 €
0,99 €
Nach 4 Wochen kostet das Abo 79,99 € monatlich.
Werktäglich die Fachbriefings von SZ Dossier
Voller Zugriff auf SZ.de, SZ-Magazin.de und SZ-Dossier.de
Die digitalen Ausgaben der SZ – in der App und als E-Paper
Bereits SZ Pro-Abonnent? Einloggen
Ihr persönlicher Kontakt
Cornelia Schwarzmüller
089 2183 8825Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail an service@sz-dossier.de.