Gastbeitrag
Die unbequeme Wahrheit über Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit
Lesedauer: 5 Min.
Benedikt Herles
Chief Economist, KPMG Deutschland
Dr. Benedikt Herles ist Chief Economist bei KPMG in Deutschland. Er berät Unternehmen und Führungskräfte an der Schnittstelle von Makroökonomie, Technologie und Geopolitik. Zuvor war er als Venture-Capital-Investor tätig und verantwortete Frühphaseninvestments in Industrie-Start-ups in Europa. Er ist Autor zweier Sachbücher zu globaler Transformation und Innovation.
Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit steht unter Druck. Die Gründe werden seit Jahren diskutiert: zu hohe Energiepreise, Lohnnebenkosten und Steuern sowie eine überbordende Bürokratie. All das belastet Unternehmen massiv. Doch die Kritik hat einen blinden Fleck. Sie behandelt Konkurrenzfähigkeit ausschließlich als Aufgabe des Staates. Die unbequemere Frage lautet: Tragen deutsche Firmen selbst ausreichend dazu bei, wettbewerbsfähig zu bleiben?
Die ehrliche Antwort lautet: Nein. Zumindest nicht überall und nicht in ausreichendem Maße. Deutschland verfügt zwar über exzellente Forschungseinrichtungen, hochqualifizierte Fachkräfte und zahlreiche Weltmarktführer. Doch zu selten erwachsen daraus die Geschäftsmodelle und Unternehmen von morgen.
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