Gastbeitrag
Die stillen Botschaften des Trump-Xi-Gipfels sagen mehr als die Worte
Lesedauer: 5 Min.
Marina Rudyak
Kreml- und Zhongnanhai-Watcherin
Die Sinologin Marina Rudyak forscht an der Universität Heidelberg zur geopolitischen Rolle Chinas mit Fokus auf dem globalen Süden. Sie ist Mitbegründerin des Decoding-China-Dictionary, das den Sprachgebrauch der Kommunistischen Partei aufschlüsselt. Sie ist in Moskau geboren.
Letzten Mittwoch trafen sich Xi Jinping und Donald Trump zu einem Gipfel in Washington. Der zweite bilaterale Staatsbesuch der beiden innerhalb von sechs Monaten – in der Geschichte der US-China-Diplomatie ist das ein Novum. Für Xi war es der zweite Staatsbesuch in den USA überhaupt.
Der erste fand im September 2015 statt, noch unter Obama. Damals reiste Xi nicht nur zum Staatsbesuch an, sondern auch zum UN-Nachhaltigkeitsgipfel, auf dem die Agenda 2030 verabschiedet wurde. Dort stellte er der Welt erstmals die „Schicksalsgemeinschaft der Menschheit“ vor – einen Slogan, der im Laufe des letzten Jahrzehnts vom Marketing-Spruch zum Leitmotiv der chinesischen Außenpolitik und zu Chinas Vision für die Reform der internationalen Ordnung avancierte (was es mit dieser Weltordnungsvorstellung auf sich hat, schrieb ich in dieser Kolumne im Juni).
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