Gastbeitrag
Der Schock, der keiner sein dürfte – und Europa nicht lähmen darf
Lesedauer: 7 Min.
Nis Grünberg
Mercator Institute for China Studies
Nis Grünberg ist Lead Analyst am Mercator Institute for China Studies (Merics). Dort forscht er zum Verhältnis zwischen dem chinesischen Staat und der Kommunistischen Partei und zur nachhaltigen Entwicklung Chinas. Zu seinen weiteren Forschungsschwerpunkten zählen der chinesische Energiesektor und die Reform der Staatsunternehmen.
Die andauernden Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten haben eine alte Wahrheit offengelegt: Wer fossile Energieträger importiert, ist geopolitischer Volatilität ausgeliefert. Auffällig ist, wie unterschiedlich einzelne Volkswirtschaften auf diesen Schock reagieren.
China steht deutlich robuster da als Deutschland und weite Teile Europas. Das liegt nicht allein an strategischen Öl- und Gasreserven, mit denen Peking Preisspitzen abfedert, sondern vor allem an der konsequenten Förderung grüner Industrien über die vergangenen zwei Jahrzehnte. Die jüngste Energiekrise offenbarte damit eine zweite Wahrheit: Industrielle Stärke und technologische Anpassung sind Voraussetzung für wirtschaftliche und geopolitische Widerstandsfähigkeit.
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