Gastbeitrag
China schafft eigene Vision der globalen Ordnung
Lesedauer: 5 Min.

Marina Rudyak
Kreml- und Zhongnanhai-Watcherin
Die Sinologin Marina Rudyak forscht an der Universität Heidelberg zur geopolitischen Rolle Chinas mit Fokus auf dem globalen Süden. Sie ist Mitbegründerin des Decoding-China-Dictionary, das den Sprachgebrauch der Kommunistischen Partei aufschlüsselt. Sie ist in Moskau geboren.
Vergangene Woche veröffentlichte die chinesische Regierung ein neues Weißbuch zur globalen Ordnung. Der Titel: „More Just and Equitable Global Governance: China’s Principles, Proposals and Actions“ – auf Deutsch: „Eine gerechtere und ausgewogenere globale Ordnung: Chinas Vorstellungen, Vorschläge und Maßnahmen“.
Das 45-seitige Dokument ist der jüngste Baustein eines Narrativs, das die chinesische Führung in den vergangenen zehn Jahren stetig ausgebaut hat: die „Schicksalsgemeinschaft der Menschheit“. Was einst als Slogan begann, ist heute zentrale Vision Xi Jinpings für die Reform der internationalen Ordnung – und Leitmotiv chinesischer Außenpolitik.
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