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Bessents Angriff auf die Fed – und die Lehren für Europa

Lesedauer: 8 Min.

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Cathryn Clüver Ashbrook

Senior Advisor bei der Bertelsmann-Stiftung

Cathryn Clüver Ashbrook ist deutsch-amerikanische Politikwissenschaftlerin und Senior Advisor bei der Bertelsmann-Stiftung. Sie forscht zu Wirtschaftssicherheit. Früher einmal war sie Korrespondentin bei CNN, es folgten Stationen bei Roland Berger und an der Harvard Kennedy School. Später wurde sie Direktorin der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Kürzlich ist ihr neues Buch erschienen: Der amerikanische Weckruf. 250 Jahre US-Demokratie – und ein Jahr Trump-Präsidentschaft, die sie systematisch demontiert.

Ein Krimi hat sich in dieser Woche abgespielt: Es ging um Macht, Egos und Geld – und letztlich um die finanzielle Glaubwürdigkeit der USA. Die Fed hat, wie angesichts der hohen Inflation zu erwarten, die Zinsen erhöht. Das ist zugleich eine direkte Zurückweisung des Versuchs von Finanzminister Scott Bessent, die bislang noch unabhängige US-Notenbank politisch unter Druck zu setzen. Bessents Ziel ist eigentlich „fiskalische Dominanz“ seiner Behörde. Doch sein Ansatz, mit Rückkäufen von Staatsanleihen für Preisstabilität zu sorgen und zugleich die hohen Ausgaben der Regierung zu finanzieren, hat seine Wirkung verfehlt.

Was zunächst wie reine Liquiditätspflege wirkte – Bessent hatte argumentiert, ältere Anleihen seien schwer vermittelbar und Rückkäufe könnten Anleger in neuere, liquidere Papiere lenken –, sehen viele Ökonomen inzwischen im erweiterten politischen Kontext kritisch. Zwar bleibt dem US-Staat grundsätzlich weiter die Möglichkeit, neues Geld zu drucken. Doch die politischen Vorzeichen verdichten sich zu einem langen Machtkampf zwischen den beiden Finanzexperten in der Regierung, Bessent und Notenbankchef Kevin Warsh. Zugleich geht es um eine erneute Belastungsprobe für die amerikanische Demokratie, die Unabhängigkeit und Verlässlichkeit international wirksamer Institutionen – und um die Vertrauenswürdigkeit der Vereinigten Staaten insgesamt.

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