Die Lage. Donald Trump wirft der EU vor, ihre strategischen Ölreserven zu langsam freizugeben – und droht mit einem Diesel-Exportstopp. Deutschland, Großbritannien, Frankreich und andere Länder haben sich dazu am Donnerstag mit EU-Energiekommissar Dan Jørgensen koordiniert. Zugleich drängt die EU auf ein gemeinsames Vorgehen mit den USA gegen die Dieselknappheit. Handelskommissar Maroš Šefčovič beriet dazu auf dem G20-Ministertreffen mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer.
Hintergrund des Streits ist der Beschluss der 32 Mitglieder der Internationalen Energieagentur vom März, wegen der Hormus-Krise 400 Millionen Barrel Öl aus ihren gemeinsamen Reserven freizugeben. Tatsächlich haben europäische Länder ihre Ölreserven nur zögerlich abgegeben.
Das müssen Sie heute wissen: Deutschland wollte zu der IEA-Freigabe eigentlich knapp 20 Millionen Barrel beisteuern. De facto hat Wirtschaftsministerin Katherina Reiche bisher aber nur gut vier Millionen freigegeben. Sie hat dafür gute Gründe. Der Preiseffekt so einer Freigabe verpufft schnell, und Deutschland könnte die Reserven noch brauchen.
Und dennoch handelt es sich um ein Beispiel für nationales Denken: Wer selbst akut keinen Mangel sieht, zieht nicht bei der Erweiterung des globalen Angebots mit.
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