Die Lage. Wladimir Putin hat das Russland-Geschäft des Handelskonzerns Metro unter Zwangsverwaltung gestellt. Metro Russland gehört damit zwar weiterhin der Metro AG, ist aber der Kontrolle der Mutter entzogen. Metro erleidet damit das gleiche Schicksal wie zuvor Nestlé und die französische Supermarktkette Auchan. Im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Unternehmen war Metro trotz des Ukraine-Krieges weiter auf dem russischen Markt aktiv.
Die drei Unternehmen seien in „unfreundlichen Ländern“ beheimatet, die die Ukraine unterstützten, begründet der russische Präsident sein Vorgehen. Möglicherweise hat der Griff nach den Handelsunternehmen ganz praktische Gründe: Der Ukraine war es im Sommer gelungen, mit Drohnenangriffen Logistikzentren der größten russischen Online-Versandhandelsunternehmen Wildberries und Ozon zu zerstören.
Das müssen Sie heute wissen: Offenbar arbeiten die beiden europäischen Schwergewichte Deutschland und Frankreich an einem gemeinsamen Papier, wonach sich die EU im Handelskonflikt mit China entschiedener aufstellen soll. Die Initiative soll alsbald, auf jeden Fall aber noch vor dem Gipfel Mitte Oktober veröffentlicht werden. Lange hatten sich Paris und Berlin nicht einigen können.
Nun drängen sie dem Vernehmen nach gemeinsam auf eine Entsicherung der „Handelsbazooka“ – des Antizwangsinstruments – oder auf Verfahren, die sich an den US-Untersuchungen nach Section 301 ein Vorbild nehmen. Setzen sie sich durch, bedeutet das einen offenen Konflikt mit Peking.
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