Die Lage. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ist sauer auf das italienische Statistikamt Istat. Die Behörde hatte am Dienstag die revidierte Zahl für das Haushaltsdefizit im vergangenen Jahr bekanntgegeben: 3,1 Prozent des BIP. Das reißt das Maastricht-Kriterium. Ein laufendes EU-Defizitverfahren setzt sich damit fort.
Meloni sieht das Problem nun nicht etwa im Ausgabeverhalten ihrer Regierung, sondern bei mangelnden Rechenfähigkeiten von Istat, das nach ihrer Befürchtung die Leistungen der Italiener oder der Regierung Jahr für Jahr „unterschätzt“.
Rechentricks statt Reformen: Ein Weg aus der Krise? Melonis Ansatz hat sicher auch für andere Regierungen der Eurozone seinen Reiz. Das bedenklich schlechte Abschneiden der meisten EU-Länder beim Pisa-Test würde dann auch gleich die steigenden Defizite in der Eurozone mit mangelnden Mathe-Fähigkeiten erklären. Prompt gäbe es auch keinen Grund mehr für das Chaos an den Anleihemärkten infolge explodierender Staatsverschuldung.
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