Die Lage. Die Inflationsrisiken steigen. Diese Woche entscheiden die US-Notenbank und die Bank of Japan über eine Zinserhöhung. Sie spüren den Druck der Märkte, Kredite teurer zu machen, denn die Preise steigen weiterhin auf breiter Front. Für Japan wird eine starke Anhebung des Leitzinses um einen Prozentpunkt oder mehr erwartet. In den USA ist die Lage weniger eindeutig, aber auch da rechnen die Märkte mit mehreren Erhöhungen.
Das müssen Sie heute wissen: Bei der Entscheidung geht es auch um die Glaubwürdigkeit der Zentralbanken. Die gestiegenen Energiekosten feuern die Inflation in den USA wieder an. Die Fed muss diese Gefahr abwägen gegen das Risiko der ohnehin enorm hohen Schuldenlast und steigender Finanzierungskosten. Bislang haben die Versuche des US-Finanzministeriums, den Anleihemarkt mit Rückkäufen in Höhe von 5,2 Milliarden Dollar zu stabilisieren, kaum gefruchtet.
Auch in Europa könnten die Zinsen noch weiter steigen. EZB-Direktorin Isabel Schnabel hat am Montag auf einem Symposium des Bundeswirtschaftsministeriums zugegeben, dass die Geldpolitik ihre Mühe mit der aktuellen Situation hat. Nicht nur der Konflikt am Golf, auch die Nachfrage durch den KI-Rechenzentrumsboom treibe die Preise nach oben. Das alles sei „besorgniserregend“ – mit der Zinserhöhung in der vergangenen Woche habe die EZB möglicherweise noch nicht genug gegengesteuert.
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