Die Lage. Nach langem Drängen von Präsident Selenskij hat die Ukraine einige Patriot-Abfangraketen zur Verteidigung gegen russische Raketen erhalten. „Wir danken unseren Partnern für diese Unterstützung“, schrieb der ukrainische Präsident auf Telegram. Zugleich machte er deutlich, dass die gelieferte Menge bei Weitem nicht ausreicht.
Seit Wochen wirft Selenskij seinen westlichen Verbündeten vor, Patriot-Raketen für den eigenen Bedarf zurückzuhalten. Dieses System fängt schnelle ballistische Raketen aus Russland besonders wirksam ab. Moskau hat die Engpässe in der ukrainischen Abwehr zuletzt für besonders viele Angriffe genutzt.
Das müssen Sie heute wissen: Selenskij hat eine recht konkrete Vorstellung davon, wie viele Patriots sein Land bis Ende des anstehenden Winters benötigt. Derzeit verfüge Russland über rund 600 bis 630 Raketen und könne monatlich etwa weitere 100 herstellen. Die Ukraine werde zwar weiterhin russische Rüstungsbetriebe angreifen, um diese Produktion zu stören. Doch für den Abschuss einer ballistischen Rakete benötige die ukrainische Abwehr im Schnitt zwei Patriot-Raketen.
Um Putins Attacken nicht komplett schutzlos ausgeliefert zu sein, braucht sein Land deshalb mindestens 300 Patriot-Raketen. Bundeskanzler Friedrich Merz hat der Ukraine zwar 600 Stück davon zugesagt, geliefert werden sollen sie allerdings erst 2027 und 2028.
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