Die Lage. „Sell America“ – dieser Trend beschleunigt sich, seit eine besonders hohe Zahl die Runde macht: Die US-Staatsschulden haben die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten. Wie jede runde Zahl hat sie eher symbolischen Wert – öffentliche Aufmerksamkeit erhält sie aber zu Recht. Die Zinslast der USA ist enorm, der Schuldenberg wächst weiter: Schon in sechs Jahren könnte er die 50-Billionen-Marke erreichen.
Trump hat mit dem Iran-Krieg die Verschuldung zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt noch weiter hochgetrieben – Geld, das er ohnehin mit vollen Händen ausgibt. Die Folge: Die USA geraten in Abhängigkeit von ihren Gläubigern, darunter China und die EU. Zugleich befeuert der wachsende Schuldendienst die Inflation: Denn wie sonst, wenn nicht mit frisch gedrucktem Geld, sollen die USA in der nächsten Krise ihre Kredite bedienen?
Das müssen Sie heute wissen: Zur Häme über die US-Lage besteht kein Anlass – denn Deutschland und die EU sind mitgefangen. Eine Dollar-Krise wäre eine Weltkrise, an deren Ende sich das globale Finanzsystem neu ordnen müsste. Ob Europa die Statur besitzt, den Euro als neue Leitwährung zu positionieren, ist offen.
Höhere Zinsen in den USA treiben zudem die Finanzierungskosten für europäische Staaten und Unternehmen nach oben und locken Kapital über den Atlantik. Die USA bleiben außerdem auf ein Handelsdefizit angewiesen – und zwingen das Ausland zu Kapitalzuflüssen und damit zum Kauf ihrer Schuldpapiere.
Willkommen in der Geoökonomie!
Jetzt mit
SZ Pro-Abo weiterlesen
Probeabo
79,99 €
0,99 €
Nach 4 Wochen kostet das Abo 79,99 € monatlich.
Werktäglich die Fachbriefings von SZ Dossier
Voller Zugriff auf SZ.de, SZ-Magazin.de und SZ-Dossier.de
Die digitalen Ausgaben der SZ – in der App und als E-Paper
Bereits SZ Pro-Abonnent? Einloggen
Ihr persönlicher Kontakt
Cornelia Schwarzmüller
089 2183 8825Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail an service@sz-dossier.de.
