Die Lage. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht Chancen für Deutschland bei industrieller KI, aber nicht bei Sprachmodellen. „Das Rennen um große Sprachmodelle werden wir wahrscheinlich nicht gewinnen“, sagte sie der dpa. In der industriellen KI hingegen sieht sie „sehr gute Voraussetzungen für eine führende Rolle“.
Das müssen Sie heute wissen: Deutschlands potenzielle Stärke bei industrieller KI ist real. Es verfügt über tiefe Wertschöpfung und einzigartige Industriedaten. Daraus kann ein globaler Vorteil entstehen – gerade bei KI in Fabriken, Maschinen und Prozessen.
Und doch wirkt Reiches Befund wie eine Kapitulation zur Unzeit. Wer die Kontrolle über Basistechnologien aufgibt, macht sich abhängig. Die letzten Jahre haben gezeigt, wie schnell wirtschaftliche Macht politisch eingesetzt wird – in Washington wie in Peking.
Die Vorstellung, dass große Sprachmodelle ein völlig anderer Technologiezweig seien als industrielle KI, greift zu kurz. Was nützen die besten Roboter, Drohnen und Anlagen, wenn die tieferen KI-Schichten aus den USA kommen?
Europa braucht beides – industrielle KI und eigene Sprachmodelle. Dafür sind massive Investitionen nötig: in Rechenzentren, Energie, Forschung und Infrastruktur. Und wenn es die Unternehmen nicht stemmen, muss der Staat ran.
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