Die Lage. Der Satz klingt düster für die industrielle Souveränität Deutschlands: „Die Chemieindustrie stirbt leise“, warnt Stefan Dräger, Chef des Sicherheits- und Medizintechnikherstellers Drägerwerk. In Chemie und Pharma arbeiten 480.000 Menschen. Wichtiger noch: Die Branche ist die Basis für praktisch alle Industrien. Zu hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie andere Standortkosten machen sie in Deutschland derzeit aber unrentabel.
Der Gedanke, dass die Basischemie dann eben günstig aus anderen Ländern kommen soll und Deutschland nur Produkte gestaltet und Spezialsegmente abdeckt, mag früher einmal attraktiv gewesen sein. Inzwischen hat sich aber gezeigt, wie sehr Kriege und Geopolitik Lieferungen von anderen Kontinenten gefährden, wie wichtig konfliktresiliente Herstellung im eigenen Wirtschaftsraum ist und wie wichtig das verarbeitende Gewerbe für den Arbeitsmarkt in Zeiten von KI sein kann.
Der Maschinenbau hat am Mittwoch einen leichten Anstieg des Auftragseingangs im ersten Halbjahr gemeldet. Allerdings wurde die Statistik nur von einigen wenigen Großaufträgen aus dem Ausland nach oben gezogen. Ein Bericht des Branchenverbands VDMA liefert Hinweise, woher diese Nachfrage kam: Elektrizitätsinfrastruktur, insbesondere für Rechenzentren. Auch der Maschinenbau hängt also vom größten Konjunkturprogramm der Welt ab, den Billionen-Investitionen der Techbranche in KI.
Das müssen Sie heute wissen: Iran gab am Abend bekannt, sich mit Oman auf eine Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus geeinigt habe. Eine gemeinsame Erklärung befinde sich in der abschließenden Entwurfsphase, teilte ein Außenamtssprecher mit. Eine Einigung komme, „sofern bestimmte Dritte diesen Prozess nicht behindern.“ Ohne die USA kommen die Anrainer mit einer Normalisierung der Lage offenbar schneller voran.
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