Die Lage. Aus dem Politbüro der chinesischen Kommunisten kamen am Donnerstag widersprüchliche Ansagen zur Wirtschaftsplanung. Zwar versprachen die Spitzenfunktionäre, „für alle Seiten gewinnbringende Handelskooperationen“ auszuweiten, was Beobachter als Bekenntnis zu einer Rückführung des Billigexports interpretieren – also als Entgegenkommen für die Klagen von EU und USA über unfaire Exporte.
Doch zugleich kündigte das Politbüro mehr Konjunkturförderung und eine Stabilisierung der Kapitalmärkte an. Wie jetzt? Noch mehr Subventionen? Solange der Binnenmarkt nicht anspringt, landet das Überangebot im Ausland. Chinesische Firmen drücken ihre Produkte in die Weltmärkte – billiger, aggressiver, staatlich gestützt. Am Ende schrumpfen die Margen für alle. Was genau China vorhat, bleibt vorerst vage.
Das müssen Sie heute wissen: Am Freitag kommen neue Inflationszahlen für die Eurozone heraus – und Analysten erwarten einen Anstieg auf 2,9 Prozent. Das Zinsdilemma wird immer größer. Während sich in den USA die Kreditkosten vom als zu niedrig empfundenen Leitzins abkoppeln, droht in der Eurozone ein Inflationsschub, den die EZB nur einfangen kann, wenn sie dafür Einbußen bei den Investitionen riskiert.
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