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Geoökonomie-Briefing

Kooperation trotz Trump: Regionen leisten, was Regierungen blockieren

Lesedauer: 15 Min.

Die Lage. Der Dauerkrieg um die Straße von Hormus belastet die Handelsschifffahrt erneut spürbar. Die Huthi, die sich auf die Seite des Iran stellen, drohen, Saudi-Arabien vom Ölhandel abzuschneiden. Die Milizen könnten den westlichen Seezugang des Landes zum Roten Meer blockieren, während auf der Ostseite der Persische Golf praktisch verschlossen ist.

In der Straße von Hormus wurde bereits ein Tanker getroffen, die Besatzung musste in ein Rettungsboot überwechseln, der Verkehr kam wieder zum Erliegen. Goldman Sachs hält einen Brent-Preis von bis zu 120 Dollar je Fass im vierten Quartal für möglich, wenn das so weitergeht.

Das müssen Sie heute wissen: Die steigenden Preise bringen auch die Europäische Zentralbank in eine Zwickmühle. Energie war in ihrem Einflussbereich im Juni 8,5 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, zugleich schrumpfte das BIP im ersten Quartal um 0,2 Prozent. Am Donnerstag entscheidet die EZB erneut über den Leitzins.

Eigentlich spräche der Inflationsdruck für höhere Zinsen, die schwache Konjunktur hingegen für niedrigere. Doch Stagflation lässt sich kaum mit einem einfachen geldpolitischen Schritt lösen. Wahrscheinlich werden die Notenbanker den Leitzins einfach so lassen, wie er ist.

Deutschland sucht derweil neue Rohstofflieferanten, um die Versorgung sicherer zu machen und damit mehr Preisstabilität zu schaffen: Friedrich Merz empfing den aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew in Berlin, Außenminister Johann Wadephul warb in Mauretanien und Nigeria um mehr LNG, Öl und kritische Mineralien.

Willkommen in der Geoökonomie!

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