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Geoökonomie-Briefing

Nato-Gipfel sucht Schwarzmeer-Strategie gegen Russland

Lesedauer: 15 Min.

Die Lage. Beim Nato-Rüstungsforum in Ankara gaben die Mitgliedstaaten zahlreiche Waffenbestellungen bei US-Rüstungsfirmen auf – ein demonstratives Signal der Kaufbereitschaft an Donald Trump. Unter anderem will Rheinmetall mit Lockheed Martin erstmals ATACMS-Kurzstreckenraketen in Deutschland fertigen. Von Northrop Grumman bestellen Deutschland, Norwegen, Finnland und Dänemark Aufklärungsdrohnen.

Das hinderte Trump allerdings nicht daran, gleich nach seiner Landung zur Teilnahme am Nato-Gipfel wieder von einer US-Übernahme Grönlands anzufangen. Nur ließ sich inzwischen kaum noch jemand davon beeindrucken. Mehr Interesse weckte seine Ankündigung, den Verkauf von F-35-Kampfjets an die Türkei zu genehmigen. Es wäre eine Rehabilitierung: Die Türkei wurde 2019 aus dem F-35-Programm gedrängt, weil sie ein Flugabwehrsystem von Russland gekauft hatte.

Das müssen Sie heute wissen: Nach dem Scheitern der Ampel an politischen Routineabläufen haben die Schlagzeilen der vergangenen Tage schon für etwas bessere Stimmung gesorgt. Das Reformpaket ist auf dem Weg, ein Haushalt für 2027 steht. Da lesen sich aktuelle Konjunkturdaten gleich viel optimistischer. Die Industrieproduktion ist im Mai um fast ein Prozent gestiegen, vermeldet das Statistische Bundesamt. Das ist deutlich mehr als erwartet. Die Autobranche sendet Lebenszeichen.

Leider kommt die Industriekonjunktur im Gesamtbild immer noch nicht voran. Die Grundprobleme von Standortschwächen, Bürokratie, teurer Energie, chinesischem Billigexport, langsamer Digitalisierung und Personalschwächen bleiben. Auch wenn Öl wieder billiger wird.

Willkommen in der Geoökonomie!

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