Die Lage. Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS verschiebt seinen Börsengang. Laut Financial Times war den Investoren die angepeilte Börsenbewertung von mehr als 12 Milliarden Euro zu hoch. KNDS will nun abwarten – auf Druck der deutschen Familienaktionäre, die einen Börsenwert unter 12,5 Milliarden Euro ablehnen. Die Familie hält derzeit 50 Prozent, ebenso wie der französische Staat.
Die Euphorie der Anleger über europäische Verteidigungsaktien hatte angesichts von Produktionsengpässen und Gewinnmitnahmen zuletzt nachgelassen. Zudem wird spekuliert, dass auch die hohen Staatsanteile ein Hemmnis sein könnten. Im Zuge des Börsengangs will der deutsche Staat bei KNDS mit 40 Prozent einsteigen; Frankreich seinen Anteil auf ebenfalls 40 Prozent anpassen. Da bleiben gerade einmal 20 Prozent frei verfügbare Anteile übrig.
Das müssen Sie heute wissen: Zwar wollen Deutschland und Frankreich ihre Anteile in zwei bis drei Jahren auf 30 Prozent reduzieren. Doch das ist immer noch viel – und zwischen beiden Ländern gab es zuletzt Spannungen im Rüstungssektor, wie das Fiasko beim Flugzeugprojekt FCAS zeigte. Ein Unternehmen, das im Streit zwischen Paris und Berlin zerrieben werden könnte, ist für Investoren nicht besonders attraktiv.
KNDS wartet derzeit auf einen Großauftrag der Bundesregierung für den gemeinsam mit Rheinmetall produzierten Boxer, einem modularen Radpanzer. Der könnte die Chancen auf eine erfolgreiche Börsenplatzierung wieder etwas erhöhen.
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