Die Lage. Zwei Autokraten rücken zusammen. Chinas Staatschef Xi Jinping hat den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko in Peking empfangen. Beide Länder sollten „Ressourcen in allen Bereichen mobilisieren“, sagte Xi seinem Gast – um das chinesische Infrastrukturprogramm Neue Seidenstraße weiter voranzutreiben. Die beiden eint vor allem ihre Unterstützung für Putin im Ukraine-Krieg – auch wenn sie beide Russland eigentlich nicht so ganz trauen.
Das müssen Sie heute wissen: Putins Streitkräfte durften 2022 zwar von Belarus aus die Ukraine angreifen. Doch in den Krieg will Lukaschenko nicht hineingezogen werden. Sein Land sei bei ukrainischen Drohnenangriffen verwundbar, sagte er kürzlich dem Sender Al Arabiya. Er entschuldigte sich gar beim ukrainischen Präsident Selenskij, falls er ihm gegenüber einmal zu hart aufgetreten sein sollte. Der hatte Belarus kürzlich ultimativ aufgefordert, Relaisstationen für russische Drohnen abzustellen – und Minsk gehorchte.
Peking wiederum lässt zwar zu, dass chinesische Firmen Moskaus Rüstungsindustrie mit Dual-Use-Gütern beliefern. Auch Xi und Putin beschwören regelmäßig ihre angeblich so gute Freundschaft. Bei der Neuen Seidenstraße setzt China jedoch auf Handelswege, die Russland umgehen.
Offenbar wissen beide: Es wird auch ein Russland nach Putin geben — womöglich früher, als es derzeit scheint. Darauf gilt es sich vorzubereiten.
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