Die Lage. Während auf der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz über die Zukunft gesprochen wird, gibt es in der Gegenwart Spannungen um die Rolle von Belarus. Dessen Präsident Alexander Lukaschenko warnt die Ukraine am Donnerstag davor, sein Land in den Krieg zu verwickeln. Russland weist gleichzeitig einen Bericht des Wall Street Journal zurück, wonach es Belarus unter Druck setze, als Ausgangsbasis für verstärkte russische Angriffe zu dienen – verbunden mit der Drohung, finanzielle Hilfen zu entziehen.
Wer wen in den Krieg hineinzieht, ist Auslegungssache. Minsk folgt seit Kriegsbeginn stets der russischen Lesart. Schon 2022 hatte es russischen Truppen erlaubt, sein Staatsgebiet als Aufmarschgebiet für die Ukraine-Invasion zu nutzen.
Das müssen Sie heute wissen: Zuletzt befanden sich offenbar mehrere Signalverstärker für russische Drohnen im Grenzgebiet zur Ukraine. Präsident Selenskij forderte Belarus vergangene Woche ultimativ auf, die Anlagen abzubauen. Geschehe das nicht, werde Kiew das „selbst erledigen“. Inzwischen haben die Relaisstationen den Betrieb eingestellt.
Die erfolgreiche Drohung zeigt einmal mehr die sich verändernde Dynamik zugunsten der Ukraine. „Die Ukraine befindet sich in einer neuen Position der Stärke“, sagte Kanzler Merz auf der Ukraine-Konferenz. „Moskau dämmert es allmählich, dass Russland diesen Krieg nicht gewinnen wird.“ Am Donnerstagabend gab Präsident Selenskij nach Beratungen mit seinem Geheimdienstchef eine 40-tägige Offensive gegen russische Ziele frei.
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