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Digitalwende-Briefing

Govtech-Start-ups gründen Interessenvertretung

Lesedauer: 15 Min.

Guten Morgen. Sherry trägt einen pinkfarbenen Blazer, die Schulterpolster ragen ein gutes Stück über ihre Oberarme hinaus. Sie findet, wer sie auf diesem flimmernden VHS-Tape sehe, habe schon eine Menge Gründe, sie zu daten. Douglas, mit seinem dunkelblonden Schnäuzer, ist sichtlich aufgeregter. Diese Clips sind auf dem Instagram-Account „VHS Dates“ zu sehen. Laut Profilbeschreibung präsentiert der Account alte VHS-Aufnahmen eines Datingdienstes. Aber etwas stimmt damit nicht.

Die sehr unterschiedlichen Personen, mit ihren Schnäuzern, Föhnfrisuren, langen Haaren, bunten Pullis, die alle nach 80ern oder 90ern aussehen, sind in exakt der gleichen Kameraeinstellung aufgenommen. Der Hintergrund variiert in Lila, Türkis oder Himmelblau. Im Jahr 2026 liegt sofort nahe: Die ulkigen Datingbewerbungen sind KI-generiert.

Der Account veranschaulicht ein verändertes Verhältnis zur Wahrheit. Vor der breiten Nutzung von KI war die Grundsatzfrage des Zweifelnden: Könnte diese Information gefälscht sein? Dieser Zweifel hat sich ins Gegenteil verkehrt. Wer heute etwa den Account VHS Dates öffnet, geht davon aus, dass die Videos von KI generiert wurden. Die skeptische Frage im KI-Zeitalter lautet nun: Könnten diese Videos nicht vielleicht doch echt sein?

Glaubt man einem Artikel der New York Times, war hier tatsächlich keine KI am Werk. Aber echt sind die amüsanten Clips trotzdem nicht. Die Videos nehmen Trevor Worley und Lee Citron mit Schauspielerinnen und Schauspielern in Los Angeles auf. In einem Interview sagte Worley, sie hätten es spannend gefunden, in einer Zeit, in der alles online potenziell ein Fake sei, etwas Analoges zu kreieren.

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