Guten Morgen. Dass KI im Wahlkampf eingesetzt wird, ist erst einmal nichts Neues. Im Wahlkampf in Brasilien stellt sich nun aber nicht nur die Frage nach Falschinformationen verbreitenden Deepfakes, sondern auch diese hier: Kann KI für einen Politiker sprechen, dem die direkte Kommunikation mit Wählerinnen und Wählern untersagt ist?
Jair Bolsonaro, rechtsextremer Ex-Präsident des Landes, tauchte bei einer Wahlkampfveranstaltung seines Sohnes Flávio als KI-Avatar auf. Das Problem: Jair Bolsonaro steht wegen eines Putschversuchs nach seiner Wahlniederlage 2022 unter Hausarrest und darf nicht öffentlich sprechen.
Der Fall beschäftigt bereits die Gerichte. Zum einen aufgrund des Sprechverbots. Zum anderen, weil das Deepfake-Video gegen brasilianische Wahlvorschriften verstoßen könnte. Die Anwälte von Jair Bolsonaro beteuern jedenfalls, dass dieser das KI-Video nicht autorisiert habe.
So oder so zeigt der Avatar das Dilemma des Senators Flávio Bolsonaro im Wahlkampf gegen den amtierenden Präsidenten Lula: Wie soll er die Beliebtheit seines Vaters bei Konservativen nutzen, wenn dieser nicht öffentlich auftreten darf? Ob er das Problem weiter mit KI lösen wird, entscheiden die Gerichte.
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