Guten Morgen. Wie treffen Sie Ihre Wahlentscheidung? Manche Menschen sind Stammwählerinnen und -wähler, andere wechseln je nach Gusto und Wahljahr. Wenige lesen – so vermute ich zumindest – ganze Wahlprogramme, auf die sie dann ihre Entscheidungen stützen. Manch einer wählt wohl zähneknirschend nach dem Ausschlussverfahren, wieder andere wählen gar nicht.
Da ja nun aber alles Mögliche von Wirtschaftspolitik über Rentenanpassung bis KI-Regulierung mitunter ziemlich komplex ist, liegt die Versuchung nahe, eine KI helfen zu lassen. Sollen sich doch Chat GPT und Gemini mit den öden Wahlprogrammen herumschlagen, die Texte erfassen und das Wichtige herausarbeiten.
Eine gestern von der NGO Civil Liberties Union for Europe veröffentlichte Studie warnt jetzt aber davor, Chat GPT oder Gemini als eine Art digitalen Wahl-O-Mat zu verwenden. Denn die Systeme tendierten den Ergebnissen der Untersuchung zufolge dazu, Parteien falsch einzuordnen, relevante Parteien auszulassen und scheinbar präzise, aber tatsächlich irreführende Wahlempfehlungen zu geben.
Das kommt für all jene wenig überraschend, die (wie ich) regelmäßig rotzfrech von Chatbots angelogen werden, dass sich die Balken biegen. Schlimmer noch, sie entschuldigen sich nicht richtig, wenn sie erwischt werden. „Ja, Du hattest recht“, heißt es bestenfalls. Das ist nicht gut genug bei so wichtigen Dingen wie Wahlentscheidungen. Wir müssen uns also wohl weiter selbst eine Meinung bilden.
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