Guten Morgen. „Ja, in der Tat, das haben Sie sehr gut zusammengefasst: Es handelt sich um einen Dialog über einen potenziellen zukünftigen Dialog“, sagte Thomas Regnier, der digitalpolitische Sprecher der EU-Kommission, gestern beim Midday Briefing in Brüssel auf die Frage einer Journalistin zum Stand des Digitaldialogs zwischen der EU und Washington.
Die Formulierung sorgte für etwas Heiterkeit im Raum, denn in Brüssel kann man schon auch mal über die eigene Bürokratie lachen. Doch täuschte der Moment nicht über die angespannte Lage hinweg, mit der sich Europa konfrontiert sieht: Das KI-Wettrennen läuft auf Hochtouren, und die EU droht unter die Räder zu geraten.
„Die EU ist verdammt nochmal zu langsam“, hieß es dazu vergangene Woche schon im Economist. Das „langsame Leben“ zu genießen, sei Teil des europäischen Charmes. „Ausgedehnte Mittagessen und endlose Sommerferien gehören genauso dazu wie Kathedralen und mürrische Kellner“, so der Artikel. Leider habe dieses Tempo aber auch in der Politik Einzug gehalten.
Die Post kommt aber immerhin noch zügig: „Ich kann bestätigen, dass wir einen Brief aus Österreich erhalten haben“, sagte Regnier auf die Bitte um eine Reaktion auf einen Vorschlag aus Wien, den KI-Entwickler Anthropic „strategisch“ in der EU anzusiedeln (SZ Dossier berichtete). Es wird sich zeigen, wann zurückgeschrieben wird.
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