Guten Morgen. Ziemlich sicher sind Ihnen in den vergangenen Monaten hin und wieder neue Vokabeln in die Quere gekommen, die auf „-maxxing“ enden. Diese Endung signalisiert in der Regel, dass etwas maximal ausgereizt wird, oder gar über die Grenzen des Vertretbaren hinaus betrieben. Früher hätte man vielleicht gesagt „bis der Arzt kommt“, ganz früher ad nauseam – bis zur Übelkeit.
Übel kann einem schon werden, wenn man sich den Internettrend „Looksmaxxing“ näher betrachtet, der darin besteht, das eigene Äußere maximal zu optimieren. Wenn Sie jetzt an Liegestützen oder Lippenstift denken, haben Sie noch nie von „Looksmaxxer“ Clavicular gehört, der das Hohelied darauf singt, die eigenen Gesichtsknochen im Namen der Schönheit zu zerschmettern.
„Bis der Arzt kommt“ eben. Jedoch gibt es auch weniger brutale Formen des Übertreibens: „Das Doommaxxing muss aufhören“, überschrieb diese Woche Wirtschaftsnobelpreisträger Robert J. Shiller seinen Gastbeitrag in der New York Times. Als „Doommaxxing“ bezeichnete er darin exzessive Angst und Panikmache rund um KI als Job- und Menschheitszerstörer.
Was nicht heißen soll, dass man sich keine Sorgen um die Zukunft machen darf. Das Magazin Wired berichtete zum Beispiel vergangene Woche vom wachsenden Trend „Bymyselfmaxxing“, in dem Menschen absichtlich keine Beziehung suchen, sondern sich um sich kümmern. Dahinter steckt demnach auch die inflationsgetriebene Kostenexplosion beim Dating.
Das erinnert an früher, als das jüngste Kind oft nichts erben und keine Familie gründen konnte. Viele gingen dann ins Kloster – „Ultimate Bymyselfmaxxing“, wenn man so will. Wie dem auch sei, dieses Wochenende empfiehlt sich „Homemaxxing“, oder wie Meteorologen es ausdrücken: „Bleibt zu Hause!“ Denn die Hitze „maxxt“ noch bis Sonntag.
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