Zukunft mit Augmented RealityDie ganze Welt ein Bildschirm

Tiger im Supermarkt, Monster im Wohnzimmer: Die Träume der Augmented-Reality-Entwickler von Microsoft, Google und Co. umfassen nervige Werbung ebenso wie Unterhaltungsspektakel. Aber es finden sich auch nützliche Ideen darunter.

Bildersturm im Supermarkt

Tiger im Supermarkt, Monster im Wohnzimmer: Die Träume der Augmented-Reality-Entwickler von Microsoft, Google und Co. umfassen nervige Werbung ebenso wie Unterhaltungsspektakel. Aber es finden sich auch nützliche Ideen darunter.

So wird der Supermarkt zur Geisterbahn: Der unbedarfte Kunde biegt gerade vom Gang mit dem frischen Gemüse in die Reihe mit den Frühstücksflocken. Plötzlich springt ein Comic-Tiger in den Weg, der wort- und gestenreich eine bestimmte Corn-Flakes-Marke anpreist. Und wenige Fächer weiter lockt die Packung eines Kaffeerösters mit der hypnotischen Ruhe, mit der sich unaufhörlich ein Strudel von Kaffeebohnen in eine Mühle ergießt. Augmented-Reality-Brillen sollen diese schöne neue Werbewelt möglich machen und den Träger in Zukunft mit all jenen Reizen überfluten, die knallige Farben und Markenlogos allein nicht leisten. Das zumindest stellt das von Google gekaufte Unternehmen Magic Leap in mehreren Konzeptskizzen in Aussicht. Immerhin sind auch eine Reihe weniger aufdringlicher Marketing-Methoden denkbar: Kleidungsstücke kann man sich in verschiedenen Farben zeigen lassen, selbst wenn nicht jede Variante auf Lager ist, oder Zusatzinformationen wie Inhaltsstoffe zu Produkten einblenden. Ob diese Vorzüge aber irgendeinen Menschen überzeugen können, sich beim Einkaufen freiwillig einem Bildersturm auszusetzen?

Bild: 20th Century Fox 4. Februar 2015, 11:032015-02-04 11:03:53 © SZ vom 04.02.2015