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Yahoo auf der CES:Tagesthemen aus Sunnyvale

Newest Innovations In Consumer Technology On Display At 2014 International CES

Yahoo-Chefin Marissa Mayer auf der CES in Las Vegas

(Foto: AFP)

Seit Marissa Mayer bei Yahoo das Sagen hat, vermied sie bislang die ganz große Bühne. Nun hat sie auf der Consumer Electronics Show eine Stunde lang neue Produkte präsentiert. Doch statt Google, Facebook und Twitter müssen sich vor allem Medienhäuser vor dem kalifornischen Unternehmen fürchten.

Gary Shapiro ist vollständig klar, was jetzt von ihm erwartet wird. Er muss so richtig aufdrehen. Die Frau, die gleich auf die Bühne kommen wird, ist schließlich der heimliche Stargast seiner Messe. Also macht Shapiro, der dem Branchenverband der amerikanischen Verbraucherelektronik vorsteht, was von ihm erwartet wird.

Die nächste Rednerin sei bekannt dafür, "außerhalb der gewohnten Bahnen zu denken", verkündet er. Ihre Karriere sei beeindruckend. Sie zähle zu den einflussreichsten Frauen weltweit. Er sei sehr froh sie hier bei der Consumer Electronics Show zu haben, ruft Shapiro: "Bitte heißen Sie Marissa Mayer willkommen!" Und in der Tat ist das, was sich an diesem Dienstagnachmittag in Las Vegas abspielt, eine kleine Überraschung.

Seit 17 Monaten ist Marissa Mayer Chefin bei Yahoo. Eine Zeit, in der sich in dem Unternehmen aus dem kalifornischen Sunnyvale viel verändert hat. Allerdings verzichtete sie dabei auf die ganz große Öffentlichkeit. Wenn Yahoo in den zurückliegenden anderthalb Jahren für Schlagzeilen sorgte, dann selten, weil die Chefin persönlich in der Öffentlichkeit auftrat.

Mayer weiß, dass sie Google und Co. nicht schlagen kann

Auf der CES in Las Vegas nun aber war für die Yahoo-Präsentation gleich eine ganze Stunde eingeplant. Der Auftritt interessierte so viele Menschen, dass nicht einmal die 1400 Sitzplätze im LVH Theater ausreichten. Dabei hätte das, was Mayer ihren Zuhörern vorstellte, viel besser auf eine Medien- als auf eine Technikkonferenz gepasst.

Weil Mayer weiß, dass sie Google, Facebook oder Amazon in deren Geschäftsfeldern nicht schlagen wird, versucht sie Yahoo dort stark zu machen, wo andere die jüngsten Entwicklungen verschlafen: Yahoo soll zum ernsthaften Konkurrenten für etablierte Medienhäuser werden.

"2017 werden 3,8 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein, das sind zwei Milliarden mehr als heute", rechnet Mayer vor. Ein Wandel, der zum Großteil auf die wachsende Beliebtheit von Smartphones und Tablets zurückzuführen sei und der auch den Medienkonsum verändere. Yahoo ist deshalb mit einer Reihe von Neuerungen zur Hand. Die wichtigste: die Gründung zweier digitaler Magazine.