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Selbstporträts für Facebook:Ich fotografiere, also bin ich

Soziale Netzwerke wie Facebook sind ein Ort für geübte Selbstdarsteller. Wer dort aktiv ist, will sich möglichst gut präsentieren - oft mit einem eigenhändig geschossenen Foto. Der Fotograf Wolfram Hahn hat dem intimen Moment des Selbstporträts nachgespürt.

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Into the light

Quelle: Wolfram Hahn

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Soziale Netzwerke wie Facebook sind ein Ort für geübte Selbstdarsteller. Wer dort aktiv ist, will sich möglichst gut präsentieren - oft mit einem eigenhändig geschossenen Foto. Der Fotograf Wolfram Hahn hat dem intimen Moment des Selbstporträts nachgespürt.

"Into the light" nennt der Berliner Fotograf Wolfram Hahn seine Serie. Sie zeigt Menschen in einem sehr privaten und intimen Moment: wie sie sich selbst fotografieren. Sie tun das aus einem bestimmten Grund: Dieses Foto, sei es mit dem Handy oder einer Digitalkamera aufgenommen, wird später ihr Facebook-Profil zieren.

Sie sind Darsteller ihres Selbst. Es ist eine digitale Identität, wie sie über soziale Netzwerke kommuniziert wird. Aber sie lässt sich nicht mehr von der Persönlichkeit trennen. Über die Selbstporträts kommunizieren Menschen mit dem Außen und gleichzeitig lassen sie sich dadurch in die Seele blicken.

Die Fotos zeigen diese Ambivalenz: Mit Kamera und Computer kann man sich in seine private Höhle zurückziehen und sich denoch der Welt öffnen und alles zeigen. Entstanden sind so intime Momentaufnahmen der digitalen Gesellschaft.

Bilder: Wolfram Hahn: "Into the light"

Text: Mirjam Hauck

Into the light

Quelle: Wolfram Hahn

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Angesprochen hat der Fotograf seine Protagonisten direkt über Facebook. Die einzige Voraussetzung: Sie sollten Berliner sein. Und viele Berliner waren bereit, für ihn die Pose und den Moment der Aufnahme ihres Selbstporträts nachzustellen. Seit 2009 arbeitet Hahn an dieser Serie, für die er vor kurzem den zweiten Preis beim World Press Photo Award in der Kategorie Porträt gewann.

Into the light

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Eine wesentliche Bitte an die Fotografierten war jeweils: Bitte nicht aufräumen und möglichst alles so lassen, wie es zum Zeitpunkt des Selbstporträts im Zimmer aussah.

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Hahn hat für seine Serie mehr Frauen als Männer fotografiert. Frauen seien einfach offener und freizügiger, geübter in der Selbstdarstellung.

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Gefragt hat Wolfram Hahn, warum das Bild gerade zu diesem Zeitpunkt aufgenommen worden sei. Die Gründe waren bei einigen eher banal, man sei gerade beim Friseur gewesen oder der Freund wollte ein Bild haben.

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Manche Männer äußerten explizit den Wunsch, über das Foto Frauen kennenzulernen.

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Der Betrachter lernt über die Porträts die Protagonisten vermeintlich kennen.

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Er sieht, wie sie wohnen, und manchmal auch wo sie einkaufen.

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Ob sie alleine leben.

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Oder wer ihr Idol ist.

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Sie alle wollen sich ins rechte Licht rücken. Wolfram Hahn lässt uns dabei zusehen.

© sueddeutsche.de/holz

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