Windows-10-Betriebssystem Microsoft: Kritik von Verbraucherschützern "nicht immer faktenbasiert"

Ursprünglich hatte Microsoft eine Milliarde Geräte mit Windows 10 bis 2018 anvisiert. Vor einigen Tagen musste das Unternehmen von diesem Ziel abrücken, doch Nitschke hält auch die aktuell 350 Millionen Installationen für einen Erfolg. Damit liegt Windows 10 zwar immer noch deutlich hinter Windows 7, dennoch habe sich keine der vorhergehenden Windows-Versionen derart schnell verbreitet. Nitschke glaubt nicht, dass es ausschließlich am kostenlosen Upgrade lag: "Schlechte Produkte wollen die Leute nicht mal geschenkt. Wir messen die Kundenzufriedenheit sehr genau, und noch nie waren die Nutzer so zufrieden wie mit Windows 10."

Die beiden zentralen Kritikpunkte an Windows 10 - Datenschutz-Bedenken und "Zwangsupgrade" - hält Nitschke für überschätzt. Der Großteil der Nutzer befasse sich damit überhaupt nicht, diese Diskussionen würden hauptsächlich in sozialen Medien und der Fachpresse geführt. Erst vor einer Woche haben französische Datenschützer Microsoft kritisiert, weil "exzessiv" Daten gesammelt würden; zuvor hatten auch deutsche Verbraucherzentralen Microsoft abgemahnt. Für Nitschke sind diese Kritikpunkte "nicht immer faktenbasiert". Wer wolle, könne die meisten Überwachungsfunktionen abschalten.

"Zwangsupgrade"? Völlig übertrieben, sagt Microsoft

Der Begriff "Zwangsupgrade" ist für Nitschke "jetzt schon das Unwort des Jahres". Er kann die Aufregung in Deutschland nicht nachvollziehen, da es hierzulande immer eine Wahlmöglichkeit gegeben habe. Niemals seien die Kunden mit Windows 10 zwangsbeglückt worden. Was viele Nutzer als penetrante Aufforderungen zum Upgrade empfunden haben, hält Nitschke für ein vernünftiges Vorgehen. Man habe lediglich alle zum Upgrade berechtigten Kunden angesprochen, die anderen seien in Ruhe gelassen worden.

Lästige Pop-ups oder dezente Hinweise - in wenigen Tagen hat sich zumindest diese Diskussion erübrigt: Wer die vergangenen 363 Tage alle gut gemeinten Ratschläge von Microsoft weggeklickt hat, muss nur noch bis Freitag durchhalten. Sobald das Upgrade kostenpflichtig wird, verschwinden die Pop-ups - und die Tech-Szene teilt sich in drei Religionen: Apple-Anhänger, Windows-10-Nutzer und nostalgische Windows-7-Jünger. Für Atheisten bleibt immer noch Linux.

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Microsoft

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