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Messenger:Whatsapp erhöht Mindestalter auf 16 Jahre

Ein Jugendlicher mit Smartphone - der Messenger-Dienst Whatsapp kündigte 2018 an, das Mindestalter für Nutzer auf 16 Jahre zu erhöhen.

Jugendliche dürfen künftig erst ab 16 Jahren Whatsapp nutzen.

(Foto: dpa)
  • Um den neuen europäischen Datenschutzgrundregeln zu entsprechen, hebt Whatsapp das Mindestalter von 13 auf 16 Jahre an.
  • Die DSGVO sieht bei Jugendlichen bis 16 Jahren eine Zustimmungspflicht der Eltern zur Datenverarbeitung vor.
  • Whatsapp-Mutter Facebook geht bei der Altersbeschränkung einen anderen Weg.

Worüber bereits seit einigen Tagen spekuliert wurde, hat die Zentrale in Mountain View, Kalifornien, nun bestätigt: Whatsapp hebt das Mindestalter für Nutzer von 13 auf 16 Jahre an. Die Änderung ist Teil der Umsetzung der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die am 25. Mai in Kraft tritt. Die DSGVO erfordert für Jugendliche bis 16 Jahre die Zustimmung der Eltern zur Datenverarbeitung.

Die Verordnung verlangt allerdings keine harte Kontrolle der Altersgrenze - etwa durch das Hochladen eines Altersnachweises. Ein solcher Mechanismus ist bei Whatsapp dementsprechend auch nicht geplant. Neue und bestehende Whatsapp-Nutzer werden demnächst in der App abgefragt, ob sie älter als 16 sind. Außerhalb Europas will Whatsapp am Mindestalter von 13 Jahren festhalten.

Facebook, der Mutterkonzern von Whatsapp, geht einen anderen Weg, um bei seinen Nutzern im Alter zwischen 13 und 15 Jahren den gesetzlichen Bestimmungen gerecht zu werden. Sie müssen einen Elternteil oder einen anderen Berechtigten angeben, der die Erlaubnis für die volle Nutzung von Facebook gibt; andernfalls steht ihnen nur eine eingeschränkte Version zur Verfügung.

Whatsapp hat für die Verarbeitung der Daten europäischer Nutzer zudem eine neue Tochterfirma in Irland eingerichtet, wie das Unternehmen in einem Blogeintrag am Dienstag bekanntgab. Das bedeutet aber nicht, dass die Daten auch ausschließlich innerhalb der EU verarbeitet werden.

Whatsapp betont, dass es vorerst dabei bleibe, dass Account-Informationen nicht im Austausch mit Facebook zu Werbezwecken verwendet werden. Zugleich heißt es aber auch: "Wie wir bereits in der Vergangenheit angekündigt haben, möchten wir zukünftig enger mit anderen Facebook-Unternehmen zusammenarbeiten und werden dich über neue Entwicklungen auf dem Laufenden halten."

© SZ vom 25.04.2018
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