Whatsapp-Alternative Wire Wire funktioniert auch ohne Smartphone im Browser

Whatsapp-Alternative? Der Messenger "Wire"

(Foto: Wire / PR)

Für Wire ist kein Smartphone nötig. Neben iOS- und Android-Apps gibt es Programme für Macs und Windows-Rechner sowie eine Browser-Version, die im Unterschied zu Whatsapp eigenständig funktioniert und nicht mit einem Smartphone verknüpft werden muss. Signal-Nutzer, die am Desktop chatten wollen, sind auf eine Chrome-Erweiterung angewiesen, Threema bietet ausschließlich mobile Apps (inklusive einer Version für Windows Phone, die bei Wire fehlt).

Verschlüsselte Telefonate und Videoanrufe in hoher Qualität, dazu eine breite Palette an Apps - mit diesen beiden Vorteilen könnte Marketing-Chef Siim Teller bereits gut arbeiten. Doch die meisten Menschen überzeuge er mit einem anderen Argument, sagt er: "Gifs. Unsere Nutzer lieben das." Dank nativer Giphy-Integration fällt es besonders leicht, zu jedem Stichwort animierte Bilder zu verschicken. Auch Links zu Youtube, Vimeo, Soundcloud und Spotify wandelt Wire automatisch um und spielt die Videos und Songs ab.

"Wire ist nicht nur sicher, sondern macht auch Spaß", sagt Teller. "Das ist ein Aspekt, auf den die anderen Krypto-Messenger nicht so viel Wert legen." Für viele Nutzer sei das aber mindestens genauso wichtig wie Verschlüsselung und Datenschutz - den beiden Punkten, nach denen sich Journalisten meist zuerst erkundigten. Auch hier kann Wire überzeugen: Das Axolotl-Protokoll geht auf Signal-Entwickler Moxie Marlinspike zurück und wurde für Wire leicht angepasst. Der Code ist Open Source und lässt sich bei Github einsehen. Hinzu kommen regelmäßige Transparenzberichte über Behördenanfragen (bislang gab es keine) sowie eine strikte Selbstverpflichtung zum Schutz von Nutzerdaten (Privacy-Whitepaper am Ende dieser Seite).

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Wire ist gratis und will Nutzerdaten nicht zu Geld machen

Insgesamt kommt Wire bei Sicherheitsforschern und Datenschützern gut weg, lediglich die Verschlüsselung von Audio- und Video-Gesprächen habe noch "Raum für Verbesserungen", wie auch Technik-Chef Alan Duric zugibt. Das Team arbeite derzeit an noch sichereren Telefonaten, ein Update stehe kurz bevor.

Threema kostet zwei (iOS) beziehungsweise drei Euro (Android), Signal finanziert sich durch private Spenden und wird durch Stiftungen unterstützt. Wire ist gratis und will Nutzerdaten nicht zu Geld machen, bislang tragen Investoren das Projekt - darunter Janus Friis, der unter anderem mit dem Verkauf von Skype zum Milliardär geworden ist.

"Auch Skype war mal klein"

Doch ein lukrativer Exit sei nicht das Ziel, versichert Duric. "In den kommenden sechs Monaten werden wir an unserem Geschäftsmodell arbeiten", sagt er. Dazu könnten kostenpflichtige Funktionen gehören, etwa eine Art sichere Dropbox für sensible Dateien. "Oder wir lassen Unternehmen dafür bezahlen, dass sie verschlüsselt mit Kunden kommunizieren können, ohne dass deren Daten zu Geld gemacht werden." Gerade im Gesundheitssektor gebe es dafür hohe gesetzliche Auflagen und dementsprechend große Nachfrage nach sicheren Messengern wie Wire. "Eines steht jedenfalls fest: Keine der bestehenden Funktionen wird wegfallen oder kostenpflichtig werden."

Fest steht aber auch: Wollen die Wire-Macher irgendwann Geld verdienen, müssen sie mehr Menschen überzeugen, sich anzumelden. Nutzerzahlen verrät das Unternehmen nicht, sie dürften aber weit unter denen von Threema liegen, das bis Mitte 2015 mehr als 3,5 Millionen Mal gekauft wurde. Das weiß auch Marketing-Chef Teller: "Auch Skype war mal klein, und meine Freunde fragten mich, warum sie von MSN wechseln sollten", erzählt er. "Am Anfang war es zäh, aber dann wurden es immer mehr, und schließlich rollte eine Nutzerlawine über uns hinweg. Dafür braucht es einen langen Atem. Aber den haben wir bei Wire."

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