Waffen und Drogen aus dem Internet Großrazzia bei crimenetwork.biz

Mehr als 1000 Polizisten waren an der Razzia beteiligt.

(Foto: dpa)
  • crimenetwork.biz war lange ein beliebter Online-Marktplatz für illegale Waren in Deutschland.
  • Die Seite ist seit Mai 2016 offline - jetzt versuchten die Behörden in koordinierten Razzien, Nutzer und Betreiber aufzuspüren.

In einer Großrazzia haben Ermittler den illegalen Online-Marktplatz "crimenetwork.biz" ins Visier genommen. Etwa 1000 Beamte durchsuchten am Dienstagabend mehr als 120 Wohnungen und Geschäftsräume in ganz Deutschland. Nur Thüringen und Sachsen waren nicht betroffen. In dem Internet-Forum sollen Nutzer mit illegalen Waren und Dienstleistungen gehandelt haben. Die Seite ist bereits seit Mai 2016 offline - zu seinen Hochzeiten war crimenetwork.biz dem Bundeskriminalamt (BKA) zufolge die beliebteste Seite ihrer Art in Deutschland.

Spezialisten für Online-Verbrechen verschiedener Landeskriminalämter und des BKA hatten zusammengearbeitet, um Betreiber und Nutzer des Netzwerks aufzuspüren. Dazu werteten sie mehr als eine Million Forenbeiträge und private Chats aus. 153 Nutzer konnte die Polizei identifizieren - elf davon sollen Administratoren der Seite sein. Ihnen wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Die anderen Nutzer müssen sich unter anderem wegen Betruges, Datenhehlerei, Geldwäsche und illegalen Drogen- und Waffenhandels verantworten.

Zwei Verdächtige festgenommen

Bei der Razzia stellten die Ermittler Computer, Mobiltelefone und Festplatten sicher. Sie beschlagnahmten Drogen und verschiedene Hieb-, Stich- und Schreckschusswaffen. Außerdem fanden sie teure Armbanduhren, Goldmünzen und Magnetstreifenkarten.

Zwei Verdächtige wurden im Zuge der Durchsuchungen im Saarland vorläufig festgenommen. Einem 20-Jährigen aus Saarlouis wird Computerbetrug in 452 Fällen vorgeworfen, einem 33-Jährigen aus Saarbrücken der Verkauf von Potenzmitteln in 259 Fällen.

Kriminalität Wo das Böse wohnte Bilder

Orte des Verbrechens

Wo das Böse wohnte

Das Horror-Haus von Höxter, Josef Fritzls Keller oder das Verließ, in dem Natascha Kampusch gefangen war: Nicht immer werden Häuser, die Schauplatz schwerer Verbrechen waren, anschließend abgerissen.