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Waffe aus dem WWW:US-Student präsentiert Pistole aus dem 3-D-Drucker

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"Ich mache echte Politik" - Internet-Aktivist Cody Wilson.

(Foto: oh)

Ein 25-jähriger US-Student hat eine Handfeuerwaffe aus Plastik konstruiert. Mit einem entsprechenden 3-D-Drucker ist die Pistole überall und jederzeit verfügbar. Schon in der kommenden Woche sollen die Pläne für die "Liberator" im Internet erhältlich sein.

Ein Rechner, eine Internetverbindung und ein 3-D-Drucker - mehr könnte bald nicht nötig sein, um an eine Handfeuerwaffe zu kommen. Cody Wilson, ein 25-jähriger Jura-Student aus dem US-Bundesstaat Texas hat eine Pistole aus 16 Kunststoffteilen entworfen. Nun hat Wilson einem Journalisten des US-amerikanischen Forbes-Magazins erstmals die Waffe gezeigt. Ein Porträt von Cody Wilson lesen Sie hier.

Die Pistole heißt laut Forbes "Liberator" (zu deutsch: "Befreier") und kann mit einem Drucker der Dimension-SST-Serie des Herstellers Stratasys hergestellt werden. Die Waffe ist komplett aus Plastik - mit Ausnahme des Schlagbolzens. Ein Nagel übernimmt dessen Funktion. Außerdem enthält der Prototyp der "Liberator" kleine Teile aus Stahl. Diese sind wichtig für die offizielle Zulassung durch die Behörden. Denn die steht bisher noch aus und wird nur erfolgen, wenn die Plastikpistole auch von Metalldetektoren erkannt wird.

Solange die Zulassung noch nicht vergeben ist, soll laut Forbes auch kein Plan der Waffe im Internet erscheinen. Danach soll er für jeden unter der Homepage defdist.org aufrufbar sein. Die Seite gehört der Non-Profit-Organisation Defense Distributed, von Wilson im März 2012 gegründet. Im März 2013 erhielt die Organisation außerdem die staatliche Anerkennung als Waffenbauer. Im Gespräch mit Forbes erwähnte Wilson jedoch auch Zweifel an der "Liberator": "Irgendwie ist es auch beängstigend, das wollen wir auch darstellen."

Auf der Homepage von Defense Distributed finden sich außerdem weitere Blaupausen für Teile von Feuerwaffen. Pläne für das Patronenmagazin des Sturmgewehres AK-47 oder ein Bauteil einer AR-15 sind beispielsweise dort auffindbar. Forbes bezeichnet Wilson als eine der "kontroversesten Figuren in der 3-D-Druck-Gemeinde". Trotz aller öffentlichen Entrüstung über seine Projekte verteidigt Wilson sein Handeln mit Neugier an der Technik: "Ich bin daran interessiert, zu sehen, was das wirkliche Potenzial eines 3-D-Druckers ist. Kann man damit wirklich eine Waffe drucken?" Anscheinend ja: Bereits für die kommende Woche kündigte Wilson die Veröffentlichung der Blaupause an.