Hier spielt die Musik: tape.tv und vevo.com

Ein Ohrwurm im Kopf, immer dieses "daaaa-ba-da, ba-da-bada-baaaa", und kein Heilmittel. Außer den jeweiligen nervtötenden Song einmal von vorne bis hinten zu ertragen und damit die Synapsen freizuspülen. Die Suche nach diesem Medikament führte oft zu Youtube und zum entsprechenden Musikvideo. Aber weil sich die Betreiber der größten Videoplattform der Welt bis heute nicht mit der deutschen Verwertungsgesellschaft Gema einigen konnte, währte die Freude über dieses musikalische Psychopharmakum nur kurz. Die meisten Suchen auf Youtube enden jetzt nämlich bei dem berüchtigten Hinweis: "Dieses Video ist in Ihrem Land nicht verfügbar".

Aber auch dafür gibt es Lösungen: Das Berliner Online-Musikfernsehen tape.tv ist ganz auf Musikvideos und Konzertmitschnitte spezialisiert. Angemeldete Nutzer stellen sich hier ihre eigenen Musikkanäle zusammen und sorgen so dafür, dass niemand Musiksender wie Viva oder MTV vermisst. Lediglich die Werbeunterbrechungen nach ein paar Videos sind etwas störend. Mehr auf einzelne Songs spezialisiert ist vevo.com. Hier finden sich offizielle Videos von allerlei Pop-Größen wie Lady Gaga oder Taylor Swift - kein Wunder, gehört die Seite doch unter anderem den Major-Labels Sony und Universal. Was übrigens nicht verhindert hat, dass sich auch vevo.com erst im September 2013 nach dreijährigen Verhandlungen mit der Gema über Ausstrahlungsrechte der Videos einigen konnte. Von Matthias Huber

Bild: Screenshot: vevo.com 13. Februar 2015, 17:072015-02-13 17:07:05 © Süddeutsche.de/luk