Sportfernsehen: twitch.tv

Eine Milliarde Dollar. Für eine Plattform, auf der man wildfremden Menschen beim Computerspielen zuschauen kann. So viel hat Amazon im Sommer vergangenen Jahres für das Streaming-Portal Twitch.tv auf den Tisch gelegt. Und dürfte die Investition bislang nicht bereut haben. 45 Millionen Nutzer schalteten 2013 monatlich ein, Tendenz rapide steigend. Den größten Anteil an diesem Markt nimmt derzeit das Online-Spiel "League of Legends" ein, das populärste Computerspiel der Welt. Und eine beliebte Disziplin im sogenannten E-Sport, also organisierten Computerspiel-Wettkämpfen, in denen professionelle Spieler teilweise um sechs- oder gar siebenstellige Preisgelder antreten. Wo es die Turniere, die überall auf der Welt stattfinden, zu sehen gibt? Auf Twitch.tv. Ebenso wie die Profizocker selbst: Viele von ihnen übertragen ihre Trainingsspiele ins Netz - mit den Sponsorenlogos immer prominent im Bild - und lassen sich teilweise von den Fans mit Geldspenden unterstützen.

Eine Randnotiz im Wortsinn: Neben den Videostreams läuft ständig ein Chat mit, an dem sich Streamer und Zuschauer beteiligen können. Das durchschnittliche Niveau der dortigen Kommunikation lässt allerdings selbst den schlimmsten Youtube-Kommentar als Weltliteratur erscheinen - weshalb der Knopf, mit dem sich der Twitch-Chat ausblenden lässt, wohl die beste Funktion der sehr hemdsärmelig gestalteten Videoplattform ist. Von Matthias Huber

Bild: Screenshot: twitch.tv 13. Februar 2015, 17:072015-02-13 17:07:05 © Süddeutsche.de/luk